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  • 22Nov

    Im indischen Märchen ist alles möglich

    Pushkar

    Rechtzeitig zur Camel-Fair sind wir nach Pushkar, dem ansonsten sehr verschlafenen Städtchen am Rande der Thar-Wüste angereist.

    Der Sage nach ließ Brahma dort einst eine Lotusblüte auf die Erde fallen worauf diese heilige Hindu Pilgerstadt entstand. Der Ort liegt am heiligen Pushkarsee, der jedes Jahr zahlreiche gläubige Hindus anzieht, die sich darin reinwaschen und ihre Familie und Gesundheit von ansässigen Brahmanen in speziellen Pujas segnen lassen. Als Zeichen dieser Segnung wird ihnen ein roter Punkt auf die Stirn gemalt.

    Der einzige Brahma-Tempel Indiens aus dem 14. Jahrhundert, die Ghats und rund 400 kleinere Tempel ziehen allerdings nur eine recht überschauliche Touristenzahl an.

    Anders als zum Herbstvollmond (Kartik Purnima), wo sich dieser heilige Ort jedes Jahr für fünf Tage in Rajasthans größtes und farbenprächtigstes Volksfest, der sogenannten Pushkar Mela, verwandelt. Zu dieser Zeit strömen tausende von Menschen mit über 30.000 Stück Vieh, Kühen, Pferden und vor allem Kamelen aus teilweise über 500 km Entfernung herbei.

    Auf dem Festplatz werden sogar von Hand betriebene Karussells und Riesenräder aufgestellt, deren Konstruktionen allerdings sehr unsicher aussehen und die sie in einem „Affenzahn“ drehen…

    Es werden Lautsprecher montiert aus denen neben den Programmpunkten mehrmals täglich folgende „Puhkar rules“ lautstark verkündet:


    „ Pushkar is a vegetarian place.” “No meat or eggs are allowed.” und
    „Couples are not allowed to embrace in public“ im selben Atemzug wie „Alcohol and other drugs are not allowed.“ (…)


    Ok, denken wir uns also die ganzen dauerbekifften Sadhus mal weg, die in Pushkar zum Stadtbild gehören.

    Sadhu

    Ein Sadhu (Sanskrit, wörtl.: „Guter“) hat sich einem hinduistisch religiösen, teilweise streng asketischen Leben verschrieben, z.B. der Heimatlosigkeit, der Armut, der sexuellen Enthaltsamkeit, dem Fasten oder der völligen Bedürfnislosigkeit. Sie bestreiten mit Spenden ihren Lebensunterhalt; sie bilden Gemeinschaften in Ashrams oder leben in Wohnräumen, die mit Tempeln verbunden sind. Hier widmen sie sich dem spirituellen Leben, studieren und lehren der heiligen Schriften. Andere hingegen leben in Höhlen oder sind völlig heimatlos auf ständiger Wanderschaft, um sich von allem Weltlichen zu lösen, sich von milden Gaben zu ernähren und sich der Suche nach Erlösung zu widmen. Dies entspricht der vierten und letzten wünschenswerten Stufe in einem idealen Hindu-Leben (nach der hinduistische Ethik, Dharma).

    Sadhus wird in Indien großer Respekt gezollt, denn viele sehen ihre Askese auch als stelvertretende Handlungen für sich selbst.

    Es gibt natürlich auch ein paar Sadhus, die sich „verrückt“ verhalten, um ihre völlige Unabhängigkeit zu demonstrieren, oder die als extreme Askese bizarre Leistungen vollbringen: So haben einzelne Sadhus Weltrekorde aufgestellt, z.B. „einen Arm seit 25 Jahren in die Luft halten“ oder „17 Jahre stehen“. So einen haben wir z. B. gegenüber des Brahma-Tempels in Pushkar gesehen…

    Einer weiteren Ausprägung begegnet man in Pushkar, nämlich den „Bettel-Sadhus“, die entweder einfach nur ihre Hände aufhalten oder gewappnet mit einer Kuh, die „noch heiliger als die indische Durchschnittskuh” (ja, in Indien sind tatsächlich IMMER noch Steigerungen möglich!) ist, da ihr ein 5, wenn nicht sogar noch ein 6. Bein aus dem Rücken wächst, kreuz und quer über das Festivalgelände laufen!!! Die in einem solchen Aufzug verteilen Segnungen bringen ganz sicher ordentlich Almosen…

    Die Hauptattraktion auf der Camel-Fair waren aber natürlich die Kamele, die in eigentlich Dromedare sind. So kann man diese während der Mela soweit das Auge reicht auf den umgebenden Sanddünen sehen. Sie wechseln hier zu Tausenden den Besitzer. Es wird gefeilscht und gehökert was das Zeug hält. Viele Tiere sind geschmückt, hübsch frisiert und einige haben interessante Muster ins Fell geschoren. Schmuck und Verzierungen für die Tiere kann man hier natürlich auch zur Genüge kaufen.

    Wir haben unsere Tage damit verbracht über das Gelände auf und abzulaufen und die Stimmung möglichst intensiv in uns aufzunehmen, dabei erzählte uns ein Kameltreiber, dass ein Kamel 15.000 RS (ca. 261,- Euro) kostet. Außerdem hat er dabei die ganze Zeit in einer Endlosschleife „achachachacha“ gesagt, dem indischen Ausdruck für Zustimmung.

    Eine wahre Augenweide ist die unüberschaubar vielfältige Bevölkerung, die u.a. aus turbantragenden männlichen Wüstenbewohnern und grell-bunte saritragenden Frauen besteht. Stolz zeigen sie ihren reichen Silberschmuck an Arm-und Fußgelenken, Fingern und Zehen, in Ohren, Nase und auf der Stirn.
    Das Fremdenverkehrsbüro Rajasthans veranstaltete ein Kuturprogramm mit ausdrucksvollen Tänzen, Gesang begleitet von für die Wüste typischen Musikinstrumente. Für dieses Programm werden nur bekannte Künstler engagiert.

    Außerdem gab es auf dem Mela-Ground noch ein breitgefächertes Rahmenprogramm, das die rajasthanische Volksfreude wiederspiegelt und teilweise für uns als westliche Betrachter schon fast „verwerflich“ vorkamen:

    • Seiltanz, bei dem ein kleines Mädchen Unglaubliches geleistet hat. Wahrscheinlich erwirtschaftet das Mädel dabei das gesamte Einkommen für die und bestimmt schon xmal auf den harten Boden runtergefallen…
    • Camel- und Horse-Dance, was mehr Tierquälerei als alles andere war.
    • Wettrennen und Wettspiele für Kamele.
    • Beim Schönheitswettbewerb der Kamele treten diese ebenso wunderbar geschmückt wie ihre Besitzer der Reihe nach vor und werden begutachtet.
    • Dance-Performance von Schulmädchen, die ihren Auftritt mit einer Swastika-Choreographie begonnen haben.
    • Ein Fußballmatch : locals vs tourists, wobei die locals sehr zum Ärger der teilnehmenden Engländer, Iren und Israelis gewonnen haben - Deutschland war nicht vertreten, somit konnten wir uns die Niedelage damit schönreden ;-))
    • Abends gab es einer IndianBride-Competition, bei der Touristinnen verschiedene traditionelle indische Hochzeitsgewänder angezogen haben. Jede „Braut“ musste auf der Bühne diverse Fragen beantworten, um so die Gunst des Publikums für sich zu gewinnen: von „welche Vorzüge haben indische Männer bzw. indische Frauen“, „welche Qualitäten sollte der Ehepartner haben“ Folgende komplett aus dem Kotext fallende Frage hat bei allen Zuschauer wieder dieses „Indienreise-Typische-Kopfschütteln“ hevorgerufen: „ Was sollte die indische Regierung gegen den Terrorismus tun?“

    Tatsächlich wird dieses Fest auch als „Hochzeitsmarkt“ gesehen wird und es gibt allerlei Stände mit Glasketten in allen Farben, glitzernden Armreifen, Schmuck aus Silber oder Blech, Stoffen in reicher Auswahl, wo die Bräute eingekleidet werden. Viel zu tun haben auch Henna-Tätowierer, die Schönheitsflecken auf Kinn und Wangen und Unterarme und Hände mit traditionellen Mustern verzierten.

    Last, but not least unsere ganz persönlichen „Grenzerfahrungen“ aus Pushkar:

    • Schnull wurde von einem Typen belästigt, der sie „handsome“ fand und mit ihr die Nacht vebringen wollte. Derartige Geschichten haben wir schon öfters gehört. Der interessante Part daran ist das Selbstbewußtsein mit dem die indischen Männer daran gehen, denn sie verlangen sogar eine gewisse Summe, dafür, das sie mit einer solchen plumpen Anmache Frauen ihren Körper anbieten.
    • Beim Fotografieren wurde Schnull von einer Kuh angepinkelt (…) und am selben Tag auch noch in der Menschenmenge mitten ins Gesicht gerülpst!

    Quelle: Für unsere „Recherchen“ haben wir hier auf wikipedia zugegriffen.

    Die Kuh mit 6 Beinen!!!

    Fahrgeschäfte auf der Camel Fair in Pushkar

    2 stolze Kamelbesitzer

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