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  • 16Aug

    Plain of Jars bei Phonsavan / Laos UXO & MAG & der geheime Krieg in Laos

    “It is ironic that in the 1950’s Laos received more American aid per person than any other country. In the 1970’s it received more bombs from America than any other country.”

    „Es ist eine Ironie, dass Laos in den 50er Jahren mehr amerikanische Fördermittel pro Person bekommen hat als jedes andere Land der Welt und in den 70er Jahren mehr amerikanische Bomben als jedes andere Land der Welt.“

    Diesen Satz, der aus einer kommunistischen Propaganda stammen könnte, haben wir in einer kleinen Broschüre gelesen, die uns zu unserer Mekong Cruise gereicht wurde…

    UXO
    Zwischen 1964 und 1973 wurden von den amerikanischen Streitkräften in mehr als 580.000 Fliegerangriffen bis zu 2 Millionen Tonnen Bomben über Laos abgeworfen. Das entspricht 17 Tonnen je Quadratmeter!

    Somit wurden über Laos mehr Bomben abgeworfen als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen, womit Laos zu dem “Pro-Kopf” am schwersten bombardiertesten Land der Welt wurde! Die durchschnittlichen Kosten des Laos-Bombardements betrugen 2.190.000 USD pro Tag.

    Noch „ironischer ist es“, dass Laos während des Vietnamkriegs neutral war und es nicht einmal eine offizielle Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an Laos gab. „Offiziell“ wurde dieser geheime Krieg also gar nicht geführt und trotzdem bombardierten die US-amerikanischen Streitkräfte Laos massiv, denn der Ho-Chi-Minh-Pfad verlief zu einem bedeutenden Teil über laotisches Territorium.

    Die Kriegsfolgen aus diesem Krieg sind bis heute nicht behoben, denn sie machen das Land zu einem der Staaten mit den größten Mengen an nicht explodiertem Kriegsmaterial (UXO = Unexploded Ordnance) im Boden. Es wird geschätzt, dass bis zu 30% der abgeworfenen Bomben noch nicht explodiert sind.

    Für einen landwirtschaftlich geprägten Staat wie Laos stellt dies ein großes Problem dar und es werden regelmäßig Menschen durch Blindgänger verletzt oder getötet.

    Das UXO-LAO-Projekt das sich mit der Aufklärung der Bevölkerung und der Beseitigung von diesen Blindgängern beschäftigt, ist einer der größten Arbeitgeber des Landes und wird von der UNDP (United Nations Development Programme), einigen Industriestaaten sowie von Hilfsorganisationen finanziert, jedoch nicht durch die USA. Tatsächlich zahlt Amerika gegenwärtig keinen einzigen Dollar, um die ganzen abgefeuerten Bomben zu entschärfen, vermutlich aus dem Grund da Laos noch immer kommunistisch ist.

    Plain of Jars

    “WARNING! Don’t leave the mark tracks as the area ist scattered with landmines.”

    So wird der Besucher dieser Gegend „begrüßt“!

    Die Ebene der Tonkrüge (wo neben dem Ho-Chi-Minh-Pfad fast ausschließlich die Bomben fielen) befindet sich in der Provinz Xieng Khouang. Eine französische Archäologin entdeckte um 1930 die 1500 bis 2000 Jahre alten Steinkrüge. Obwohl die Krüge zwar weder aus Ton bestehen und noch in einer zusammenhängenden Ebene zu finden sind, hat sich die Bezeichnung eingebürgert.

    Mehrere hundert Steinkrüge, in der Größe von einem halben bis zu drei Metern und mit einem Gewicht von bis zu 6.000 kg, sind auch heute noch viele der Lagerstätten nicht zugänglich. Lediglich bei den Stätten 1, 2 und 3 wurde ein Großteil der Bomben geräumt. Die begehbaren Flächen sind dort markiert. Im Moment wird erwogen, das Gebiet zum UNESCO-Welterbe zu erklären.

    Es war schon ein äußerst beängstigendes Gefühl dort herumzulaufen und wir waren nur bemüht auch ja auf dem markierten Weg zu bleiben! Besonders heftig war es dann immer, wenn wir unweit von uns die Bombenkrater oder mehrere Leute gesehen haben, die mit einem Detektor Bomben gesucht haben.

    Überhaupt sind die ganzen „Kriegsüberbleibsel“ hier überall im Alltag zu finden, vom Schlüsselanhänger in unserem Hotel bis zur Dekoration im Restaurant.

    MAG
    MAG (= Mines Advisory Group) ist eine neutrale und unabhängige humanitäre Organisation, die sich weltweit um die Beseitigung von Kriegsüberbleibseln zu Gunsten der Gemeinschaften einsetzt. In Laos arbeiten MAG und UXO Laos zusammen an der Entschärfung der Bomben.

    In Phonsavan haben wir das Infomationszentrum besucht und folgende interessante vor allem aber auch erschreckende Informationen erhalten:

    Fast jede Woche passieren noch Unfälle (oft mit tödlichen Folgen) durch UXO’s!

    Besonders gefährlich sind die so genannten „Bombies“. Das sind kleine tennisballgroße Sprengkörper, die mittels Streubomben abgeworfen werden. Öffnet sich die Streubombe nicht früh genug, haben die „Bombies“ nicht genug Zeit, zu explodieren und fallen zu Boden. Der Streuwinkel ist sehr hoch, so dass großen Flächen mit „Bombies“ verseucht wurden.

    Gerade Kinder heben diese gelben, glänzenden Bomben hoch, weil sie oft nicht wissen, was sie da in der Hand halten oder die Stahlkugeln aus den Bombies herausholen wollen. Diese Stahlkugen werden dann meist als Munition weiterverkauft. Oftmals explodieren die „Bombies“ dabei und verursachen schreckliche, oft tödliche Wunden.

    Aber die Ausmaße dieses UXO Problems ist weit umfangreicher als die tragischen Unfälle allein.

    UXO’s bedeuten für eine Region :

    • dass das „verseuchte“ Land nicht für die Landwirtschaft oder den Hausbau zur Verfügung steht
    • hohe Kosten, um Land zu kultivieren (Für die 100% Bombenbereinigung eines fußballgroßen Feldes, sind mehrere Personen monatelang beschäftigt!)
    • hohe Medizinkosten durch die Unfälle
    • hohe Folgekosten, wenn ein arbeitendes Familienmitglied ausfällt und evtl. zum Pflegefall wird
    • ganz zu schweigen von den psychischen Folgen…

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