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  • 08Dez

    Das geschichtsträchtige indische Transistorradio

    „Volume was not the problem!“

    Jaipur

    Im Dezember haben wir dann auf unserem Indien-Abenteuer für fast 3 Wochen „Verstärkung“ von Christiane bekommen. Gleich am zweiten Tag nach ihrer Ankunft in Jaipur haben wir eine „full day sightseeing tour“ gemacht.

    Abends saßen wir mit allen Foreigners dieser Tour (8 in total) zusammen im Restaurant und haben unsere bisherigen Indien-Erfahrungen ausgetauscht: Den beiden Amerikanern fällt sofort auf, dass die Beschreibung des Restaurants „100% vegetarisch“ nicht nur auf „kein Fleisch“, sondern auch auf „kein Alkohol“ ausgelegt ist…

    Das Stichwort fiel dann, als Jerum, einer der Holländer, sich darüber, ob er unseren Tourguide heute verstanden hätte, wie folgt äußert: „Volume was not the problem.“ Haha, das stimmte! Der Gute hatte versucht seine undeutliche Hindu-Englisch-Aussprache durch extremes Anheben seiner Stimme wettzumachen, so dass wir seinen Erzählungen besser folgen können. Leider vergebens.

    Somit lieferten wir uns nach diesem Diskussions-Einleitungssatz einen wahren Schlagabtausch darüber, was dann das wahre Verständigungsproblem (zur indischen Kultur und Lebensweise) war.

    „Dieses Land hat einfach zu viele Menschen.“
    „Ja und zu wenig Platz für all diese Menschen.“
    „Und keine Nahrung.“
    „Und keine Arbeit.“
    „Keine Müllabfuhr.“ „Eines Tages erstickt man hier noch im Müll.“
    „ So lange hier weiterhin nur die Männer das Sagen haben, wird sich nichts ändern.“


    Christiane stellt nach 48 Stunden in Indien fest: „Das Ganze ist ein Fass ohne Boden.“, der Ami nach 3 Monaten: „Die Inder müssen ihren Glauben ändern. Das Kastensystem ist einfach überholt und funktioniert nicht mehr.“
    „Ja, aber ohne das würde das Land scheinbar im Chaos untergehen; so weiß jeder wenigstens wo er hingehört.“

    Hier sitzen wir also: 8 Reisende, die wir uns zwischen 16 und 180 Tagen in Indien aufhalten werden, beisammen und zerbrechen uns Köpfe über Probleme , die die meisten von uns leider wahrscheinlich höchstens für die Dauer unseres Indienaufenthaltes beschäftigen werden!

    Bei dem ganzen Enthusiasmus darüber, wo und wie man hier gewissen Dingen nach unserem Verständnis und Wissensstand mehr erfolgversprechende Logik und Ordnung einhauchen kann, scheinen alle Beteiligten ihre eigenen Probleme, die zu hause im alltäglichen Leben allzu oft den Mittelunkt des Geschehens einnehmen, völlig zu vergessen.

    Ich lehne mich zurück, lasse die Argumente, Eindrücke, Verbesserungsvorschläge und Erlebnisse auf mich einprasseln, so dass alles zu einer Hintergrundmusik meiner eigenen Gedanken verschwimmt.

    Noch während ich mich frage warum man erst um die halbe Welt reisen muss, um derartig interessante und erfrischende Gespräche führen zu können, höre ich folgende bemerkenswerte Feststellungen:

    „Interessanterweise scheinen die Menschen hier ihr Schiksal zu akzeptieren.“
    „Stimmt!“
    „Irgendwie wirken sie doch alle recht glücklich und zufrieden, wenn ich da an so manch grimmiges Gesicht im grauen Herbstwetter in Deutschland denke…“
    „Du hast Recht, die Leute hier sind auf Ihre Art super genial.“
    „Allem voran scheint echt der Spaß am Leben und die pure Freude am Dasein zu stehen!!! Das ist echt ansteckend!“

    Nun schlägt das Gespräch um und es werden Geschichten und Eindrücke ausgetauscht, wo jeder einzelne einem im Grunde glücklichen, zuversichtlichen, lachendem und strahlendem Inder begegnet.

    Und so langsam bekommt für uns alle das „Fass einen Boden“.


    Ist es nicht eigentlich das, worum es geht? Und können wir von den lebensfrohen Indern nicht genauso viel lernen, anstatt uns die ganze Zeit auf einer Reise damit zu beschäftigen, welche Verbesserungen wir, dem indischen Alltag am liebsten einhauchen würden???

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