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  • 14Jan

    Superstars!!!

    Superstar!

    Zugfahrt nach Mumbai
    Auf unserer Zugfahrt von Ahmedabad nach Mumbai wird uns dann auch noch einmal vor Augen geführt, was es heißt „Eine Nacht im indischen Zugabteil mit 100 schnarchenden Indern zu verbringen“.

    In unserer Zugklasse gab es in jedem Waggon 8 „offene“ Abteile mit je 8 Pritschen (mit einer leicht vorhandenen Plastikpolsterung - yes!). Wir hatten jeweils die obersten Pritschen gebucht und das war auch gut so. Denn bei 2x 3 Pritschen übereinander auf einer Seite des Ganges und bei 1×2 Pritschen übereinander  auf der anderen, schien tatsächlich zwischen unsen Liegeflächen und der mit verrosteten und spinnenwebenbehangenen Deckenventilatoren behängten Decke der meiste Abstand zu sein. Der Zug war natürlich, wie immer restlos ausgebucht.

    Die Fahrt ging so los, dass wir uns ersteinmal samt unserem Gepäck auf die Pritschen gekrümmt, aber halbwegs passend geklemmt, hatten. Kaum rollte der Zug los, verwandelte sich der Zug in ein „Hamburger Fischmarkt Geschehen“ und die in Sekundenabständen vorbeieilenden Verkäufer schrien uns Ihre Ware entgegen! Es gab jede Mege Essen in verschiedene Zeitungspapiervariationen eingewickelt (mit leider viel zu vielen stinkenden Zwiebeln als Hauptzutat) und jeder Menge abgefahrener Früchte und Nüsse.

    Die Top 3 Verkaufsschlager der angebotenen Waren waren:

    1. eiserne Ketten mit denen man sein Gepäck an den Sitzen anschließen kann
    2. CHAICHAICHAI (=indischer Tee,der leider oft so eine Zuckerkonzentration aufweist, dass „die Lösung gesättigt ist“ und der Zucker aufhört sich in der Plörre aufzulösen.) Der 2. Verkaufsrang wird also wohl eher aufgrund der Lautstärke mit denen die Verkäufer den Chai anpreisen erreicht, als wegen der Qualität.
    3. Ein Kugelschreiber mit einer eingebauten Taschenlampe, denn auch im indischen Zug ist man vor den indientypischen Stromausfällen nicht geschützt – im übrigen werden die Haupt-Stromausfälle in Indien in den Lokalzeitungen immer auf der Titelseite bereits einen Tag vorher angekündigt.

    Interessant ist auch die Ermäßigungsauswahl, wenn man seine Fahrkarte online über www.indianrail.gov.in bucht. Hier stehen einem 65 (!!!) Katagorien zur Auswahl. Interessant stellen wir uns den Nachweis zu den jeweilgen Berechtigungen vor…

    Weitere „Features“ in unserem Zugwaggon waren neben einer hektisch umherflitzenden Maus auf dem Boden und den ebenso hektisch umherflitzenden Kakerlaken an der Decke zwei an unterschiedliche Bedürfnisse angepasste Toiletten: Western Style + Indian Style (so stand es auf den Schildern). Die Gemeinsamkeit der beiden Toiletten lag darin, dass der Hebel, der die Tür von innen verriegelt sich ebenfalls auch von außen  öffnen ließ. (Soviel zu der Privatsphäre im Zug!)

    Alles in allem gehört diese Zugfahrt zu diesen Erlebnissen der Sorte „Having done this feels much better than while doing this.“ Und wenn man bedenkt, dass man bei einer Ankunft am Flughafen ersteinmal an Asien’s größtem Slum mit über 250.000 Einwohnern !!! vorbeikommt, war dies ganz sicher noch die sanftere Methode in Mumbai anzukommen.

    Mumbai
    In Mumbai hatten wir dann eine ganz wundervolle Woche und waren fasziniert von den so unterschiedlichen Stadtteilen mit den ganzen beeindruckenden Sehenwürdigkeiten: Gateway of India, Nariman Point, Marin Drive & Chowpatty Beach, Jain Tempel, Malabar Hill, Hanging Garden, Mani Bhavan (Gandhi House), Victorian Buildings und der weltgrößten öffentlichen Washing Laundry.

    Am beeindruckendsten war dann aber unsere Begegnung mit den vor allem in Mumbai lebenden Parsen, den Anhängern einer aus Persien stammenden und später vertriebenen Gemeinschaft, die der Lehre des Zoroastrismus angehört. Der Zoroastrismus ist , wie wir lernten, eine zwischen 1800 v. Chr. und 600 v. Chr. vermutlich im Ostiran entstandene Religion.

    Die Parsen sowie andere Anhänger Zarathustras nutzen die sogenannten „Tower of Silence“ (persisch: Dakhmah) als Begräbnistätte. Auch heute ist es noch üblich, Leichname von Verstorbenen in diesen runden Türmen auszusetzen, wo Fleisch und Weichteile von Vögeln, nämlich Aasgeiern oder Raben, gefressen werden.

    Ursprünglich wurden die Leichname einzeln als „Sonnenbestattung“ an wasser- und pflanzenlosen, erhöhten Stellen auf Felsen abgelegt, die mit kleinen Mauern umgeben wurden. Diese Ummauerungen sollten verhindern, dass der Tote von Wildhunden oder anderen Landraubtieren gefressen wurde, da nur der Verzehr durch Vögel erwünscht war.

    Da den Parsen neben Luft und Wasser auch Erde und Feuer heilig sind, also nicht durch den unreinen Leichnam verunreinigt werden dürfen, verbieten sie eigentlich Erd- und Feuerbestattung. Steht allerdings kein Dakhmah zur Verfügung, bevorzugen die Parsen die Feuerbestattung, so auch bei dem Parsen Freddie Mercury.

    Zu den weiteren bekanntesten Parsen zählen wohl die Unternehmerfamilie Tata. Die Tata Sons Ltd ist ein 1870 von dem Parsen Jamsetji Tata gegründeter indischer Mischkonzern, der inzwischen über 202.000 Mitarbeiter beschäftigt und  z.B. 2005/6 einen Gesamtumsatz von über 21,9 Milliarden US-Dollar (967.229 Millionen Rupien) erwirtschaftete. Die Gesellschaften haben Niederlassungen in 54 Ländern. Zur Tata-Gruppe gehören insgesamt 96 Unternehmen. 2008 machte das Unternehmen mit dem Kauf von Land Rover und Jaguar Schlagzeilen.

    In Indien ist die Präsenz des Tata Konzerns allgegenwärtig, ob bei der Automobilproduktion, Mobilfunk oder Versicherungen. Selbst die Teeplantagen, die wir später in Munnar (dem angeblich höchstgelegensten Teeanbaugebiet der Welt) besuchen, gehören alle dem Tata Konzern, der als der weltweit größte Teeproduzent gilt.

    Zu den bemerkenswerten Unternehmungen von Jamsetji Nasarwanji Tata gehört der Bau des historischen Taj Mahal Hotel im Colabaviertel von Mumbai. Das Hotel wurde am 16. Dezember 1903 fertiggestellt und kostete ca. 421.000.000 Rupien. Angeblich wurde es als Hotel für Parsen gebaut, da Jamsetji Nasarwanji Tata als Parse eine Übernachtung in den damals von Engländern gemanagten Hotels verweigert wurde, veranlasste er „zum Trotz“ den Bau dieses ersten Taj Hotels (www.tajhotels.com).

    Bollywood
    Im Stadtteil Colaba hat man laut dem LP die größte Möglichkeit für eine der zahlreichen Bollywood Produkten als „Westlicher Komparse“ „weggecastet zu werden“. Klar, das wir also dort unser Quartier bezogen haben.

    An unserem 3 Abend war es dann auch endlich soweit und wir wurden angesprochen. Und dann gleich nochmal und dann gleich nochmal ! YES! Und bei soviel Auswahl und Nachfrage haben wir uns dann für die am interessantesten klingende Produktion entschieden: Der Film „Fashion“ (http://www.imdb.com/title/tt0964516/ ) wird von einem der größten und bekanntesten Regisseuren Indiens Regie geleitet und einige der bekanntesten Bollywood Sternchen sind auf dem Set zu erwarten!“

    Wir wurden also morgens um 7 Uhr an dem passenden Backpacker-Treffpunkt „Mc Donalds in Colaba“ abgeholt und mit ca 25 anderen Reisenden zum Set gefahren.

    Hier hat sich dann alles super in die Länge gezogen und die Szenen wurden zig mal gedreht. An diesem Tag wurden „Luafstegszenen“ aufgenommen, bei denen wir uns im Publikum befanden und wir in einer Einstellung ziemlich zuversichtlich sind, dass man tatsächlich unsere Knien auf dem Bildschirm sehen müßte! Yes!

    Kurz vor dem Ende kam Schnull noch zur erhofften Berühmtheit, sie durfte nämlich nach vorne und wird so auch im Film zu sehen sein – YEAH!
    Witzige „Begleiterscheinungen an diesem Tag zwei Türken mit einem enormen “Rede-Flash”, da sie einen Tag zuvor gerade aus ihrem 10tägigen Vipassana-Silent-Retreat kamen und gerade die Möglichkeit des Sprechens neu für sich entdeckten… Auch die über die Tatsache, daß die Schauspieler, Kameraleute, Regieleute etc. alle aus ein und derselben Wasserfalsche an diesem Tag tranken, brachte uns gut zum Schmunzeln. Eine Person war dafür zuständig, das Wasser ständig aufzufüllen und dann den heranwinkenden Durstigen zu reichen. Diese haben die Flasche dann an ihrem Kinn angesetzt und das Wasser ohne die Öffnung dabei zu berühren in ihren Mund geträufelt (und nennenswerterweise kein einziges Mal dabei gekleckert haben!) Wir waren begeistert wie unverschwenderisch mit den Plastikflaschen umgegangen werden kann…

    Halb 12 Uhr nachts war dann unser schlechtbezahltester Arbeitstag unseres Lebens mit 500 Rupies (weniger als 8 €) zu Ende und es hat nicht einmal für das Bezahlen unserer Übernachtung von 700 Rupies pro Person gereicht…

    Zusatzinfo: Wochen später finden wir in der Hindu Times ein Interview mit dem in „Fashion“ schwulen Designer-Darsteller Raoul Arora mit dem klaren Statement „Bin nicht schwul!“ In Indien ist Homosexualität zwischen Männern laut Gesetz verboten und zwischen Frauen existiert dies laut öffentlicher Meinung erst gar nicht.

    Superstar!
    Bei einem Besuch in den wirklich beeindruckenden Höhlentempeln von Ajanta und Ellora hatten wir dann das Gefühl unser Einsatz bei Bollywood hätte sich rumgesprochen.

    Denn normalerweise begegnen wir an jeder indischen Sehenswürdigkeit (bzw. nicht nur da) immer  wieder zahlreichen Menschen, die ein Foto mit uns machen möchten, was wir als gute deutsche „Ambassadoren“ (wollen ja schließlich das die Leute nur den besten Eindruck von Deutschland und seinen Landsleuten durch uns vermittelt bekommen) täglich auf dieser Reise meistens sogar mehrmals täglich über uns „ergehen haben lassen“.

    Aber dieses Mal stürmte eine anwesende Schulklasse auf uns zu und wollten unsere Unterschriften…Juhuu, wir sind Superstars!

    Quelle: Für unsere „Recherchen“ haben wir hier auf wikipedia zugegriffen.

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  • 14Nov

    "Highwayterror" - haha

    Grenzüberschreitungen


    In Indien sind beim Reisespaß neben dem Überqueren von Staatsgrenzen auch leider immer unsere eigenen ganz persönlichen Grenzüberschreitungen inklusive.

    Hier ein paar Beispiele, über die wir im Nachhinein zum Glück selber lachen können.

    Haridwar - Agra

    Wir sind von Haridwar mit dem overnight bus nach Agra gefahren. Das Teil sollte eigentlich Deluxe sein, war es aber nicht und die Lehnen konnte man auch nicht im Geringsten verstellen. Neben den 54 Leuten auf den Sitzen, befanden sich mindestens nochmal die gleiche Anzahl Menschen kreuz und quer liegend auf dem Gang verteilt. Die langen Saris der Frauen hatten an diesem Tag leider schon einiges an Dreck und Urin von den Straßen aufgesammelt, sodass die Luft im Bus ganz schlicht mit einer offenen Latrine zu vergleichen war! Ganz zu Schweigen von dem in dieser Hitze allgegenwärtigen Schweißgeruch.

    Füh morgens hieß es dann in irgendeinem dunklen Horrorkaff: Endstation. Unser Busfahrer (der kein English sprach) hat uns dann samt unserem Gepäck auf eine Fahrradrikshaw verfrachtet, dem Fahrer 100 Rupies in die Hand gedrückt und zu uns immer was von Agraagraagragarrrhhhh” geblabbert. Der Rikshaw-Fahrer ist dann mit uns in der Dämmerung im Mückengeschwader in eine übelste Seitengasse gefahren und dann hieß es auf einmal wieder Endstation!!! Sofort haben sich 6 Neugierige um uns gescharrt, die uns alle irgendeine Hindi-Frikadöse ans Ohr gekaut haben…

    Und wie jedesmal in so einer Situation taucht dann auf einmal „der junge englischsprechende Inder” auf, der uns zu retten scheint. Er hat die anderen vertrieben und uns gesagt, dass der Bus bald kommt… kam er aber nicht!!! So sind wir zu Fuß losgelaufen und haben dann einen anderen Fahrradrikshaw-Fahrer genommen, der uns wieder im höllen Mückengeschwader zu einem Schrebbelbus mit halben Lehnen gebracht hat. Da konnten wir dann nochmal 80 Rupies für „Agraagraagragarrrhhhh” (bei den Straßenverhältnissen spricht man Agra tatsächlich so aus, wenn man versucht zwischen den ganzen Schlaglöchern auch nur ein einziges Wort rauszubringen!) bezahlen…

    Was lernten wir also mal wieder: In Indien bekommt man selten das, was man bestellt.

    Und damit das Drama hier noch nicht zuende ist, waren die ersten 3 Hotels ausgebucht und unser Zimmer in dem wir uns dann schließlich hundemüde aufs Bett haben fallen lassen hatte „no power in the shower”, „no toilet flush” and „no Glass in the outside windows”!!! Super, das ist uns natürlich erst aufgefallen, NACHDEM wir im Bett lagen, also hat es noch 2 weitere Stunden gedauert, eh wir schließlich in einem sauberen Bett mit „Power in the Shower” und „flushing Toilet” lagen!!

    Das war also ein gefühlter 24-Stunden Transfer, bei dem wir uns alle 2 Minuten fragten warum wir eigentlich nochmal hier sind und uns das alles antun…

    Zugfahrt von Pushkar nach Jodhpur
    Von Pushkar nach Jodhpur hatten wir auch einen interessanten Transfer: wir sind mit dem Zug 3nd class (=die günstigste Klasse) gefahren. Als der Zug mit einer Stunde Verspätung (damit lagen wir angeblich weit unter dem Verspätungsdurchschnitt) einrollte, sind alle vom Bahnsteig aufgesprungen und ein heiloses Spektakel ging los. Der Geräuschpegel steigt ins Unermessliche und es scheint als würde eine absolute Massenpanik ausbrechen.

    Alles schiebt, quetscht und drängelt und stürmt die Eingänge. Es war ein Riesenknäul das sich hin und herdrängte und wir mitten drin! Die von drinnen wollten ja schließlich raus und alle vom Bahnsteig rein… Dann reißt mir doch glatt mitten im Gedränge einer meine soeben erstandene Wasserflasche aus der Hand!! Man kann sich vorstellen: mitten im schweißtreibenden und atemnotbringendem Gedränge mit dem Rucksack auf und dann wird man auch noch „beklaut”. Ich hab natürlich sofort losgebrüllt, aber wenn interessierts bei dem Lärm hier??? (…)

    Ok, wie wir dann letztendlich in den Zug tatsächlich reingekomen sind, bleibt ein Rätsel, aber wir haben es irgendwie geschafft. Und was sehe ich drinnen im Gedränge auf einmal auf einem Platz liegen??? Meine Wasserflasche!!! Super Sache, also setze ich mich genau auf den noch freien Platz mit der Flasche und stelle fest dass sogar noch Platz für Phine und Hänki (aus Rishikesh) da ist!! Aber Pustekuchen! Sobald ich die Flasche beseite schiebe keiffen mich ein paar rumsitzende Leute wie verrückt an (alles auf Hindi)… Meine kläglichen Versuche, die Flasche als mein Eigentum zu erklären, ersticken im Mief des überfüllten Zugabteils…

    Mitten in diesem Gekeiffe taucht dann wieder der Typ auf, der mir meine Flasche auf dem Bahnsteig aus der Hand gerissen hat und zeigt auf die gegenüberliegende Sitzreihe. Da lag dann nochmal so eine Wasserflasche und als wir 3 uns neben der Flasche auf die Bank (Holzbretter ohne Polster!) gesetzt haben schien die Welt wieder in Ordnung…

    und wir hatten einen neuen Freund gewonnen, der uns die restliche Zugfahrt nicht aus den Augen gelassen hat (wörtlich zu nehmen!).

    Wir lernten also:
    Platzreservierungen gehen in Indien so: sobald der Zug einfährt versucht man einem Bruder (hier sind immer alle Brüder) in den Zug reinzubekommen und dann werden irgendwelche Gegenstände durch die Fenster gereicht (keine Glasscheiben, sondern nur Metallstreben) und auf den Plätzen verteilt. Außen auf dem Bahnsteig wird dies natürlich durch Drängeln, Schieben, Wegschubsen etc verhindert. Aber sobald etwas im Zug passiert, gelten da andere Spielregeln: alles geht enstspannt und peacig ab und Wasserflaschen, Taschentücher- oder Zeitungsreservierungen gleich für ganze Sitzbänke werden akzeptiert…

    Unsere Mitreisenden lernten:
    Dass wir in Deutschland kein Hindi, kein Rajahstani, kein Englisch und auch kein „Germanenglisch” sprechen. Dass wir unsere eigene Sprache, die weder Hindi, Rajahstani oder Englisch ist, haben, fanden die Leute so verwunderlich, dass wir es geich mehrmals in verschiedenen Varianten bestätigen mussten.


    Diese Zugfahrt in dem restlos überfüllten Abteil der 3.Klasse (wo also keine Glasscheiben und nur bretterige Holzbänke drinnen waren) nahm dann noch einen weiteren Höhe- bzw. Tiefpunkt ein, als wir, um den ganzen starren Blicken unserer Mitreisenden auszuweichen, versucht haben, in unsere Bücher zu gucken. Denn erst auf unseren weißen Buchseiten wurde uns bewusst, dass das, was uns schon die ganze Zeit auf den Kopf, die Arme usw. bröselte, hornhäutige Fußfetzen von demjenigen waren, der sich über uns ins Gepäckfach geklemmt hatte!!!

    Bustransfer: Jodhpur nach Jaisalmer
    In Rajahstan gibt es in den Bussen eingebaute “Kisten” (über den normalen Sitzen) wo man gehockt die Fahrt verbringen kann oder sich gekrümmt hinlegen kann. Als wir von Jodhpur nach Jaisalmer in Richtung Thar Wüste gefahren sind, ist es dann passiert: Phine und ich waren nach einer ziemlich nervenaufreibenden Rikshawfahrt glücklich auf unseren Fenster+daneben Plätzen in dem entspannt fahrenden Bus zu sitzen. Der Fahrtwind wehte durchs offene Fenster und wir haben die Landschaft genossen und die Welt schien gut zu sein, als auf einmal die Kotze direkt durch unser Fenster reinfliegt!!!!


    Jemandem in der Kiste über uns ist schlecht geworden und hat sich einfach aus dem Fenster übergeben und wir haben den ganzen Mist direkt wieder durch den Fahrtwind reingeliefert bekommen!!! Super Urlaub!!! (…)

    Die restlichen 6 Stunden der Fahrt haben wir dann zusammengequetscht auf einem Sitz verbracht, weil der Gestank von dem Fenstersitz einfach nicht auszuhalten war… und sich leider auch während der ganzen Fahrt niemand gefunden hat, der den Schmutz adäquat beseitigt hätte!!!

    Unsere heutigen Lektionen gingen also so:

    1. Gibt es eine Kiste über den Sitzen, werden wir unseren Transfer künftig also dort lieber gekrümmt verbringen und nicht mehr drunter sitzen. Punkt.
    2. Die indische Art des Putzens: Die Inder versuchen etwas zu säubern bzw. aufzuwischen etc., indem einfach möglichst lange mit irgendeinem Gegenstand (besenartig oder lappenartig oder auch mal nur Äste) auf den Schmutz draufgehauen wird. Und wenn der Saubermacher das Gefühl hat, es ist alles gut, dann hört er auf und die Schmutzfläche hat sich einfach vergrößert und in ihrer Konzentration etwas verringert…

    Fäkaltalk! „Urinstopper”
    Ein wirklich großes Thema, wenn man täglich durch Indiens Straßen schlendert oder durchs Land reist ist die Toilettensituation. Die Verzweiflung unter den Reisenden ließ folgendes hoffnungsvolles Gerücht aufkommen:

    „ Es soll ein Mittel (fängt mit “L” an) geben, dass den Blasendrang hemmt, sodass man bei den 8 Stunden Busfahrten nicht auf Toilette muss. Eine Erfüllung eines Traumes, wenn man an die teilweise Horrormäßigen Toilettenstops denkt.”

    Allerdings erhielten wir von einem befragten Urologen leider folgende Antwort:
    „Von derartigen Tabletten, die den Harndrang stoppen wird dringend abgeraten, da es in der Hitze zu Nierenschädigungen (bis hin zum spontanen Versagen) kommen kann.”

    Somit waren wir nur froh *Urinelle und *Traveljohn dabei zu haben. Letzterer ist tatsächlich in einer dieser eingebauten Kisten bei nächtlicher Fahrt durch die Schlaglochlandschaft zum Einsatz gekommen. Ein wahrer Balanceakt, da man bei den Straßenverhältnissen teilweise mit dem kompletten Körper in der Luft schwebt bis man wieder irgendwo gegendonnert!

    Bei all diesen Transfers ist nicht zu vergessen, dass hier Indiens Volkssport Nr 2: „Optimale Platzausnutzung” von allen Beteiligten mit einem beeindruckenden Elan und Ehrgeiz betrieben wird…

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