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  • 07Aug

    Mönche in Luang Prabang

    Stay another Day in Luang Prabang

    Luang Prabang
    Im Jahr 1990 haben lediglich 300 Touristen den Weg in das kurz vorher noch unzugänglichliche ehemalige Königreich Laos gefunden. Heutzutage mit einer liberaleren Regierung, stehen die Grenzen den Touristen offen.

    Nach Luang Prabang ströhmen täglich mehrere hundert Touristen aus der ganzen Welt herbei, um die Stadt mit ihren Tempeln, die 1996 von der UN in die Liste der UNSECO Weltkulturerbe aufgenommen wurden, zu besichtigen.

    Das heutige Laos war ehemals ein Teil der französischen Kolonie: Französisch-Indochina und wenn man durch die Straßen und engen Gassen dieses recht kleinen Örtchens (ca. 20.000 Einwohnern) schlendert, fällt einem sofort auf, wie französich geprägt er ist. Es gibt jede Menge Cafés und kleine Kunstboutiquen, gefolgt von schicken Restaurants und unzähligen Strassenständen, die belegte „Luang Prabang French Baguettes“ (sogar mit Nutella!!!) oder Crèpes (Yes! Ebenfalls mit Nutella!!!) anbieten.

    „Überall“ liegt dieses kleine orangene Heftchen mit dem Titel „Stay-another-Day“ rum und wir waren sofort hellauf begeistert, von den Projekten, die sich dahinter verbergen.

    Stay-another-day
    Die Organisation “Stay-another-day.org” wurde ins Leben gerufen, um den Touristen zu ermöglichen „das meiste“ aus ihrem Besuch rauszuholen. Es gibt dem Besucher die Möglichkeit, wirklich das Land mit seinen Leuten und der Kultur kennenzulernen.

    Es deckt die gesamte Mekong Region mit Cambodia, Laos und Vietnam ab und bietet interessante Dinge zu tun oder zu kaufen an. Dabei werden Organisationen hervorgehoben, die neben des beachtenswerten Know How und attraktiven Souveniren auch noch den Profit zurück in die lokalen Communities bringen.

    Die drei einbezogenen Ländern besitzen ein großes Reichtum an verschieden Attraktionen für Reisende jeden Alters: historische Tempel, eine reiche Kutur, atemberaubende Landschaften und kunterbunte lokale Märkte und last but not least: fantastisches Essen für jeden Geschmack.

    Dennoch stellt man leider allzu oft fest, nachdem man in ein Land gereist ist, dass man von dem ganzen Land eigentlich nur einen kleinen „Vorgeschmack“ bzw. einen flüchtigen Eindruck bekommen hat. Und wie viele Male ist einem bewusst geworden, dass, obwohl dieser wahninnig schnell wachsende Tourismus in vielen bereisten Ländern einen unglaublich wichtigen Wirtschaftszweig darstellt, denen, die es am meisten benötigen leider am wenigsten bringt.

    “Stay-another-day.org” versucht genau dieses zu ändern bzw. eine Abhilfe dafür zu schaffen. Die Initiative umfasst Community Projekte, NGOs (Organisitationen, die keine Gelder der Regierung bekommen) sowie Firmen, die ein stark ausgeprägtes Bewusstsein haben, arme Kommunen zu unterstützen. Dabei soll das traditionelle Kulturerbe aufrechterhalten bzw. Kulturgüter geschützt werden. Ebenso wichtig ist der Aspekt des Umweltschutzes.

    Indem wir nun Zeit und soweit möglich auch Geld aufgewendet haben, um eine Intitiative zu unterstützen, die sich um die besuchte Region mit ihren individuellen Belangen wirklich kümmert, haben wir nicht nur eine intensivere Zeit dort verbracht, sondern konnten uns gleichzeitig auch noch sicher sein, dass unser Besuch in gewisser Weise auch dazu beigetragen hat, einen positiven Unterschied zu machen.

    Zusätzlich haben wir dabei viele verschiedene und vor allem interessante Einblicke in die Kultur, die Gesellschaft und die Umwelt Laos bekommen:

    Royal Ballet Theatre
    Das Royal Ballet Theatre lässt den traditionallen Lao Tanz und die Musik mit Hilfe von alten Meister-Künstlern wieder aufleben. Das Ziel ist es eine neue Generation von sogenannten Meister-Künstlern zu kreieren, indem das kulturelle Erbe und das künstlerische Wissen von Generation zu Generation weitergereicht wird.

    Über Jahre hinweg wurde die laotische Version des hinduistischen Epos Ramayana im Royal Palace in Luang Prabang aufgeführt. Dann im Jahre 1975, nach 15 Jahrhunderten von jährlichen Aufführungen wurde das Theater verboten und die Künstler mussten sich eine neue Arbeit suchen. Im Jahr 1993, nach über 15 Jahren, wurde ein Komittee ins Leben gerufen, dass limitierte Aufführungen während des Phra-Lak Phra-Lam Festivals wieder aufleben ließ.

    Erst im Jahr 2002 wurde das Theater komplett wiederhergestellt und führt seitdem regelmäßig in Luang Prabang sowie auswärts auf. Zur Wiederherstellung der alten Traditionen wurden lokale Jugendiche „zusammengetrommelt“, und ihnen wurde das Tanzen, die traditionelle Musik und die Volkslieder beigebracht. Die Anzahl der Künstler ist von 38 auf inszwischen über 160 stetig angestiegen.

    Um die Geschichte des Ramayana weiter zu teilen, finden auch Aufführungen in kleinen Dorfschulen statt. Dort werden darüber hinaus auch traditionelle Musikinstrumente gespendet, um die Kinder zum Spielen und Erlernen dieser Instrumente zu ermutigen.

    Unser Fazit:
    Für uns was er seit Indien, wo wir in Kerala einige Kathakali Aufführungen gesehen haben, das erste Mal wieder auf dieser Reise, dass wir im Theater waren. Überrascht waren wir vor allem, dass, obwohl der Buddhismus hier die Hauptreligion darstellt, das Königliche Staatstheater seit Jahrhunderten Teile aus dem hinduitischen Epos Ramayana aufführt. Wir haben hier in Asien schon oft gesehen, dass die Religionen sehr ineinander übergehen. So sind auch an vielen der buddhistischen Tempel in Luang Prabang (bzw. in ganz Laos) viele Hinduistische Götter (Shiva, Ganesh) sowie Figuren aus dem Ramayana (Sita, Rama, Hanuman) dargestellt. Es ist schön hier zu sehen, dass der Glaube an sich (also egal an was oder wen) im Vordergrund steht und nicht, der Glaube an etwas bzw. jemand Bestimmtes.

    Mönche in Luang Prabang und morgendliches “Alms giving“
    In dieser ganzen „Atmosphäre-des-Was-Gutes-für-die-lokale-Bevölkerung-tun“, fanden wir uns wenige Stunden später in einem Klassenzimmer wieder und unterrichteten 8 Villageboys in Englisch. Zuvor hatten wir, einen Mönch angesprochen und nach dem Weg gefragt.

    Der Mönch lernte selber erst seit einem Jahr Englisch und hat uns gefragt, ob wir ihm bei seiner Nachmittagsklasse behilflich sein könnten…

    Und wer hätte gedacht, dass Schnull das Unterrichten so einen Spaß macht!? Die Jungs waren 16-18 Jahre und ganz wissbegierig. Es wurden die Standard-Fragen gelernt: What is your name? Where are you from? How many brothers and sisters do you have? Hier konnten wir mit jeweils einer Schwester natürlich nicht mit den Schülern mithalten, die 3 bis 7 Geschwister hatten…

    Und auch die Antwort “I study and help my parents with the work.” auf die Frage „What are you doing all day?“ zeigt uns wieder unter welch luxuriösen Umständen wir aufgewachsen sind…

    Da das Kloster hier oft der einzige Platz ist, in dem man zur Schule gehen kann, übernehmen die Mönche und Novizen den Bildungspart. Zwar haben wir recht viele Schulgebäude gesehen, als wir durchs Land gefahren sind, allerdings sahen diese leider immer verlassen aus, was uns darauf schließen lässt, dass es nicht genügend Lehrer gibt. Oder das Lehrergehalt von 40 USD monatlich (!!!) zu wenig ist!

    Laos verzeichnet übrigens eine niedrige Alphabetisierungsrate: nur zwei Drittel der Männer und ein Drittel der Frauen über 15 Jahre können lesen und schreiben. Rund 40 % der Laoten haben noch nie eine Schule besucht, in den nördlichen Provinzen sind es mehr als 60 %. Zwei Drittel der laotischen Kinder brechen vorzeitig die sechs Jahre lange Grundschule ab, um zum Lebensunterhalt der Familie etwas beitragen zu können.

    In dörflichen Regionen haben wir öfter Novizen, Mönche oder ein paar Neugiriege getroffen, die ihre erlernten Englisch-Skills an uns ausprobierten.

    Damit die Mönche, die also Ihr Leben neben dem Studium der buddhistischen Lehren so ausrichten, dass sie der Gesellschaft dienen auch mit Ihren Grundbedürfnissen versorgt sind, findet in Luang Prabang jeden morgen eine „Alms-Giving“ Runde statt. Hierbei laufen die Mönche und Novizen mit Ihren Almosen-Schüsseln einmal quer durch den Ort und bekommen von den Gläubigen eine kleine Essensspende. Meist in Form von „Sticky Rice“.

    Leider hat sich dieses gläubige Event, als äußerst fotogen herumgesprochen und zunehmend mehr Leute drängen sich inmitten der wandernden Mönche rein, um auch ja ein tolles Urlaubsfoto zu schießen.

    Es ist echt abgefahren: im ganzen Ort hängen Poster mit „Do’s und Dont’s“ während des „Alms Giving“, herum und man sieht unendliche viele Leute, die sich das kopfschüttend angucken, aber morgens mussten wir feststellen, dass wir beide mit ganz vereinzelten Touristen die einzigen waren, die sich das Spektakel tatsächlich im Sitzen (damit man nicht höher als die Mönche ist) von der anderen Straßenseite (so wie es gewünscht ist) anschauen…

    Mahout Programm
    Besonders beglückt waren wir, als wir in dem “ Stay-another-day” Heft folgendes Projekt entdeckten, das ins Leben gerufen wurde, um die Community noch stärker mit einzubeziehen und die Philosophie des „Fair Play“ und den Nachhaltigkeitstourismus in Luang Prabang’s Tourismus Industrie bringen wollte:

    Während eines zwei tägigen Programms lernt man folgende Tätigkeiten eines Mahouts (Elefantenführers): Reiten auf dem Nacken des Elefanten sowie waschen im Fluss.

    Die lokale Bevölkerung profitiert direkt davon, weil Arbeitsplätze geschaffen werden und 30% des Preises direkt an die Community gehen. Ebenfalls werden die Gehälter und das Essen für die lokalen Guides davon finanziert. Sogar sämtliche Nahrungsmittel für diese Tour werden von lokalen Bauern gekauft.

    In unserem nächsten Post schreiben wir, was uns alles während unseres Mahout Programms wiederfahren ist…

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