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  • 19Jan

    „What’s the name of the Game?“
    Eine verständliche Frage, die wir grundsätzlich gestellt bekommen, wenn wir anderen Reisenden erzählen, dass wir u.a. 6 Monate in Indien unterwegs waren, ist:

    „Und, wie seid Ihr mit der ganzen Armut umgegangen, die ständig um einen herum ist?“

    Jetzt, im Nachhinein mit Abstand dazu, lässt es sich natürlich „leichter“ sagen, dass man sich echt an alles gewöhnen kann und schließlich eine Art Immnunität dagegen entwickelt. Sodass man nicht mehr ständig, sogar bei dem Anblick eines winzigen neugeborenen Kindes, dass nackt einfach mitten im Dreck auf der asphaltierten Straße liegt, am liebsten hilflos in Tränen ausbrechen möchte.

    Die harte Realität, die wir uns während unserer Reise immer wieder vor Augen geführt haben (müssen) ist, dass es uns leider nicht möglich ist, jedem der danach fragt einfach zehn Rupien o.ä. in die Hand zu drücken und somit sein Leiden zu verringern. Auch wenn Geld an der richtigen Stelle investiert ganz klar sogar Menschenleben längerfristig retten kann, ist uns unter anderen durch den Besuch im Ashram von Amma klar geworden, was wir stattdessen außerdem tun können. Nämlich (versuchen) den Menschen um uns herum ein gutes, respektvolles Gefühl zu geben und einfach möglichst viel Lächeln und Freude zu verschenken.

    Und von diesen Gütern haben gerade die Asiaten, die vielleicht in materieller Armut leben, in so großen Mengen auch uns etwas abgegeben, dass wir uns wünschten in der westlichen Welt würde es auch Freude, Lächeln etc.  im Überfluss zu verschenken geben.

    Fluchtgeschichten
    Somit haben wir durch intensive Gespräche unter anderem auch viele Menschen kennengelernt, deren Armut vielleicht äußerlich nicht zu erkennen ist, aber deren Lebensumstände teilweise einfach grauenvoll und schrecklich sind. Allen voran haben uns während unserer Reise die diversen Flüchtlingsgeschichten beschäftigt, die wir direkt von den Betroffenen erfahren haben. Sei es der junge tibetische Reporter, der seine Familie zurückgelassen hat und 22 Tage über den Himalaya ins ungewisse Indien, in ständiger Angst vor dem chinesischen Militär, gelaufen ist. Oder Andre aus Goa, der uns seine Flucht aus der DDR mit 19 Jahren erzählte oder Selmon, dessen Familie zu den wenigen Privilegierten gehörte, die es sich finanziell leisten konnten aus Afghanistan, nach dem Einmarsch der Russen, zu fliehen.

    Erst vor ein paar Tagen habe ich (Schnull) in einer Campingplatzküche eine Frau kennengelernt, weil ich ihr unsere Gewürze angeboten habe. Sie hat diese äußerst dankend angenommen und fragte mich dann mit Blick auf unser Öl: „Where did you get that? Did you bring it from home?“ Ich musste natürlich schmunzeln und erklärte ihr, dass ich aus Deutschland kommen und es wohl ein weiter Weg wäre, das Öl hierher mitzubringen. Fand ich irgendwie recht amüsant, weil man ja Öl hier in jeder Superette kaufen kann, aber sie schien die Frage völlig ernst gemeint zu haben. Also wollte ich natürlich wissen, woher sie kommt. „Zimbabwe“ war ihre leise Antwort. Wow, mir schossen natürlich sofort hunderte Frage in den Kopf und das muss sie wohl an meinem weit aufgerissenem Blick gemerkt haben, denn sie tätschelte kurz mit ihrer einen Hand auf ihren anderen Unterarm und sagte: „Not many left of us there.“

    (Damit meinte sie ihre weiße Haut.) Ich sagte dann nur „Yes, I know.“ Und fragte woher sie genau kommt: „Bulawayo?“ Sie hat mich dann überrascht angeguckt und gesagt, dass sie tatsächlich 40 km nördlich daher kommt. Sie wollte dann wissen, ob ich da war und als ich „Yes” sagte, anwortete sie: „Then you know…“ Dann sagte ich ihr, dass diese Reise allerdings schon über 5 Jahre her ist, sich die Umstände ja offensichtlich weiter verschlimmert haben und ich mich frage wie schlimm es wohl tatsächlich ist. Sie sagte nur “terrible“ und ihr ganzer Gesichtsausdruck sprach Bände…

    Also erzählte sie mir, dass sie hier in Neuseeland für wenige Wochen sind, um ihren Sohn und dessen Frau, die hier leben zu besuchen. Aus England kam ihre Tochter mit ihrer Familie angereist und nun genießen sie dieses (letzte?) Zusammentreffen, bevor es wieder zurück nach Zimbabwe geht. Wir haben dann alle zusammen draußen an einem Tisch gesessen und gegessen. Dabei haben sie und ihr Mann jeden einzelnen Bissen genau inspiziert, vorher genauestens alle Zutaten angeschaut und genüßlichst darauf rumgekaut und schließlich bewußt zu sich genommen. Uns ist dabei unserer eigenes Essen fast im Halse stecken geblieben und wir waren nur darauf bedacht der ganzen Familie keine ihrer kostbaren Zeit zusammen zu stehlen.

    „Home sweet home“
    Für uns hat nach dieser Begegnung und diesem Abendessen alleine die Möglichkeit nach Deutschland zurück zu kommen und Freunde und Familie wiederzusehen ganz groß an Bedeutung hinzugewonnen. Man macht sich gar kein Bild davon wie viele Menschen in der Welt unterwegs sind, die kein Zuhause (mehr) haben.

    Und gerade deswegen haben wir noch einen ganz speziellen aktuellen Beitrag, denn wir vor wenigen Tagen von unseren Freunden Mo & Toffa aus Fiji bekommen haben, den wir hier gerne aufführen möchten:

    „Wir haben hier in den letzten Tagen die schlimmsten Unwetter seit über 40 Jahren erlebt. Seit Mittwoch letzter Woche regnet es fast ununterbrochen. Heute ist es den ersten Tag wieder trocken. Darauf haben wir die letzte Tage immer gehofft. Der Regen hat zu schweren Überschwemmungen geführt und die Wassermassen haben viele Menschen am vergangenen Donnerstag in den frühen Morgenstunden überrascht. Mehrere tausend Familien sind seit dem letzten Wochenende obdachlos und haben teilweise alles verloren. 10 Tote, darunter sind mehrere Kinder zu beklagen und der Notstand wurde ausgerufen.

    Ich bin gestern das erste Mal Richtung Nadi gefahren und habe das ganze Ausmaß der Schäden gesehen. Das es schlimm ist wusste ich, aber die ganzen kaputten Dörfer zu sehen und wie Menschen zwischen dem ganzen Unrat und Dreck hausen müssen, hat mich echt schockiert. Ich kann nur bewundern, mit welcher Gottergebenheit die Fijianer das alles ertragen. Viele haben schon vor dieser Flut nicht viel gehabt, aber jetzt stehen die Betroffenen vor dem Nichts. Das neue Schuljahr steht außerdem vor der Tür und viele Familien werden das Schulgeld für ihre Kindern nun erst recht nicht mehr aufbringen können.

    Ich weiß, es wird ständig um Spenden gebeten und die Fiji Inseln liegen am anderen Ende der Welt und es ist schon komisch, Euch um Geld zu bitten, aber ich möchte es trotzdem tun. Hier werden die Lebensmittel knapp und es droht der Ausbruch von Infektionskrankheiten wie Typhus, da vielerorts das Trinkwasser verseucht ist.

    Wenn Ihr etwas spenden möchtet/ könnt, dann nutzt bitte die folgende Bankverbindung dafür:

    Postbank Stuttgart
    Konto: 166 469 701
    BLZ: 600 100 70

    Oldenburg Monika, Reisebüro APTC

    Ganz wichtig: Bitte Stichwort „Fiji Flut“ angeben.

    Lieben Gruß und vielen Dank!
    Christopher

    “Commitment?!”
    Und nun stellen wir Euch die Frage, die man sich nicht nur stellen sollte, wenn man gerade für ein halbes Jahr in Indien unterwegs ist:
    „Und, wie geht Ihr mit der ganzen Armut um, die ständig um einen herum ist?“

    „Hingucken? Oder lieber Wegsehen? Oder doch am besten Handeln und abends mit der Gewissheit einschlafen seinen eigenen kleinen positiven Beitrag gebracht zu haben?“

    „Last, but not least“
    PS: Falls die berechtigten Zweifel auftreten sollten, ob die Spenden überhaupt ankommen: Die gesammelten Spenden werden der Initiative der Fiji Times, der größten Tageszeitung des Landes und der ANZ Bank zur Verfügung gestellt. Alle Spenden, die dort eingehen, werden der Fiji Red Cross Society zur Verfügung gestellt. Alle Spender werden namentlich in der Zeitung genannt. Die Reporter der Fiji Times werden genau hinsehen, wer Spenden erhält und berichten täglich aus den am schlimmsten betroffenen Gebieten.

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  • 03Okt

    Die heilige Kuh und die GebetsfahnenWarum Indien?

    Diese Frage wurde uns vor der Reise öfters gestellt und wir konnten nicht recht in Worte fassen, warum es uns ausgerechnet dahin gezogen hat.
    Vor allem weil die Antwort, weniger bei Indien bzw. den Indern lag, sondern eher bei Tibet und den Tibetern.

    Als ich, Schnull, nämlich 2001 nach Tibet gereist bin, habe ich zum ersten Mal auf einer Reise Dinge gesehen und erlebt, die ich nicht einfach als Teil dieser im weitesausgedehnten Sinne “Andere Länder, andere Sitten”-Erfahrung hinnehmen bzw. wegstecken konnte.

    Nichts was ich vor dieser Reise in Büchern, Artikeln, Berichten gelesen, gesehen oder erzählt bekommen habe, hat mich auf das was wir in über 2 Wochen in Tibet erlebt haben, ausreichend vorbereitet.

    Wir sind auf dieser Reise den Möglichkeiten des menschlichen Verhaltens in seinen beiden Extremformen begegnet: “Ist der Mensch in seinem Wesen gut oder ist er böse?”

    Auf der einen Seite haben wir Menschen gesehen, die jeder in ihrer eigenen Interpretation der Machtausübung einem Apparat der menschlichen Grausamkeit dienen bzw. diesen individuell ausleben.

    Auf der anderen Seite haben wir Menschen gesehen, die Unbeschreibliches erleiden und auf faszinierende Weise durch ihre tiefe religiöse Verwurzelung an das Gute glauben (bzw. scheinbar davon überzeugt sind) und sogar Mitgefühl für Ihr Gegenüber aufbringen können, dass lediglich “schlecht” handelt, weil es den Weg zum “guten Handeln” nur noch nicht gefunden hat.

    Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich mit dieser Überzeugung der Tibeter: “Der Mensch ist gut!” in Kontakt gekommen.

    Dass diese Überzeugung an einem Ort ausgelebt wird, wo eine jahrtausendalte Kultur einfach im Zusehen der Weltöffentlichkeit skrupellos ausgelöscht wird, keine Meinungsfreiheit, keine Religionsfeiheit, dafür aber Unterdrückung, Folter und vor allem der Aufzwang eines anderen Willens / Kultur / Sprache / Identität etc. an der Tagesordnung stehen, bleibt für mich nach wie vor das menschlich faszinierendste und großartigste, das ich auf all meine Reisen je erlebt und gesehen habe.

    Die Umstände bzw. die Angst vor den chinesischen Machthabern in Tibet veranlasst jährlich 2.500 bis 3.500 Tibeter zur Flucht aus ihrer Heimat. Unter diesen Flüchtlingen befinden sich zahlreiche Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern zu Fuß auf die lange und gefährliche Reise über den Himalaja geschickt werden, um ihnen ein Aufwachsen ohne Repressionen und Einschüchterungen zu ermöglichen.

    Ebenfalls kann den Tibetern in Tibet nicht die für sie so wichtige buddhistische Ausbildung, ohne staatliche Verfolgung befürchten zu müssen, gewährleistet werden. Somit begeben sich also viele Flüchtlinge auf den ungewissen Weg ins nordindische McLeod Ganj / Dharamsala, um ihrem dort im Exil lebenden geistigen Oberhaupt, dem 14. Dalai Lama, ganz nahe zu sein.

    Und ganz speziell an diesen Ort hat es auch uns (zunächst) am meisten hingezogen….

    Denn wir sind davon überzeugt, dass der interkulturelle Austausch, der durch das Reisen ermöglicht wird, insofern stattfinden muss, dass wir alle lernen Respekt voreinander zu haben und, dass jeder den freien Willen, selber zu entscheiden, was man sagt, denkt und vor allem tut, haben sollte!

    Wir hatten in Deutschand das Gefühl unsere eigentlichen Werte und Wichtigkeiten im westlichen Alltagstrott aus den Augen zu verlieren und wollen auf dieser Reise nun wieder unseren eigenen positiven Beitrag zum interkulturellen Austausch bringen.

    Welche Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse uns auf dieser Reise begleiten, möchten wir gerne in diesem Blog mitteilen und hoffen, dass wir künftig mehr “mindtravelers” unterwegs treffen, die nicht meinen, mit ein paar mitgebrachten Stiften, Bonbons oder Münzen in der Tasche ihren ausreichend positiven Beitrag zu bringen, sondern sich beim Reisen einfach ein paar mehr Gedanken machen…

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