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  • 23Okt

    Mc Leod Ganj Looking for Happiness: Buddhisten

    Dalhousie
    In Dalhousie, haben wir dann zum ersten Mal in Indien die Natur und vor allem die klare, saubere Luft dort richtig genießen können. Auf ca. 2000 m Höhe hatten wir von den Restaurants, Guesthouses etc. fantastische Blicke über die umliegende Landschaft, da diese fast alle an den Berghängen gebaut sind.

    Zusammen mit dem Besitzer unseres Hotels, Raj, der als Anwalt tätig ist und seinem Kumpel Adam, einem Homöapathen, sind wir nach Mc Leod Ganj gefahren.

    Es war eine rundum tolle Fahrt: die Landschaft war großartig und wir 4 hatten jede Menge Spaß und tolle Gespräche. Für uns war es unsere erste Begegnung mit gebildeten, gleichaltrigen Indern und so konnten wir u.a. auch einige unserer Fragen „klären“.

    Interessant war auf jeden Fall bei dieser Begegnung, dass egal wie ähnlich unsere Mentalität, unser Leben bzw. unsere Lebeneinstellungen uns auch zunächst vorkamen, spätestens beim Thema „Partner“ sich dann gezeigt hat, wie tief verwurzelt, die indische Tradition in den beiden steckt: sie warten beide darauf, dass ihre Eltern eines Tages für sie eine geeignete Frau finden, mit der sie dann gemeinsam in ihren Elternhäusern weiterwohnen würden….

    Mc Leod Ganj
    Nach einer ca. 6 stündigen Fahrt sind wir dann in unserem langersehnten Ziel: Mc Leod Ganj, dem Sitz der Tibetischen Exilregierung, angekommen.

    Dieser Drang bzw. das starke Bedürfnis nachzusehen, wie es der Tibetischen Bevölkerung, die in Tibet von den Chinesen vertrieben wurden und über die Berge hierher geflüchet sind, war ja seit meiner Tibetreise 2001 stetig gewachsen.

    Hier waren wir nun also in diesem riesen „Flüchtlingslager“. Es herrscht schon eine „eigenartige Atmosphäre“: auf der einen Seite, die Tibeter, für die das Leben hier einen komplett neuen Anfang findet und auf der anderen Seite jede Menge Reisende, die scheinbar gar nicht wissen, was um sie herum passiert:

    Viele rennen einfach rum, halten wortlos jedem der ihnen vor die Linse kommt einfach ihren Fotoapparat mitten ins Gesicht oder fotografieren einfach die Menschen mitten bei ihren religiösen Handlungen. Viele Reisende hängen einfach mehrere Tage in dem „indienuntypischem“ Ort mit seinen „coolen Cafés“, bunten Klamottenläden und der großartige Landschaft in der Umgebung ab, konsumieren jede Menge Alkohol und andere Drogen und verlassen schließlich den Ort zu ihrem nächsten „Programmpunkt“ auf ihrer Indienreise… Nur viel zu Wenige sehen wir, die tatsächlich mit den Menschen reden.

    Und dabei haben gerade hier die Tibeter das starke Bedürfnis sich mitzuteilen. Um etwas in der Welt erreichen zu können, sehen sie das Erlernen der Englischen Sprache sozusagen als erste Notwendigkeit an und haben äußerstes Interesse ihre englischen Sprachkenntnise mit den Reisenden zu verbessern.

    Uns fällt es schwer bei dem Anblick von „Neuankömmlingen“, die einfach vor dem Haupttempel weinend zu Boden gehen und ihre Ehrerbietung dem Buddha zeigen, nicht zu weinen.

    An mehreren Stellen hängen Plakate von „Tibet’s stolen child“, dem Panchen Lama, der im Alter von 9 Jahren 3 Tage nach der offiziellen Ernennung durch den Dalai Lama einfach samt seiner ganzen Familie spurlos verschwunden ist… Die Chinesen haben an seiner Stelle einfach ihren eigenen, chinesischen Panchen Lama bestimmt…

    Dem Unverständnis darüber, wie ein internationales Ereignis wie die Olympischen Sommerspiele 2008 in einem Land ausgetragen werden können, in dem derartige Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung stehen, wird auch in Postern und Plakaten in verschiedensten Formen Ausdruck verliehen.

    Leider war Seine Heiligkeit, der XIV Dalai Lama zurzeit gerade in den USA, weil er dort am 17. Oktober 2007 (also vor ein paar Tagen) von den United States eine „Gold Medal of Honor“ bekommen hat.

    Diese freudigen und hoffnungstragenden Infos wurden natürlich per Telefon etc. auch nach Lhasa (Tibets Hauptstadt) weitergetragen. Sobald die Nachricht dort verbreitet war, haben die Tibeter auf den Straßen sich glücklich gezeigt und diese Würde gefeiert. Das chinesische Militär hat diese Menschen sofort verprügelt und ins Gefängnis gesteckt. In Mc Leod Ganj hat daraufhin eine kleine Versammlung zum Gedenken gegen diese Gewalttaten stattgefunden.

    Während der Vorbereitungen zu dieser kleinen Parade durch Mc Leod Ganj kamen wir mit einem Reporter ins Gespräch:

    Er ist vor 2 Jahren aus Tibet geflohen, um etwas an der politischen Situation in seinem Heimatland ändern zu können… Er ist 22 Tage (!!!) im Schnee mit 8 anderen gelaufen. Zum Glück haben es alle 8 bis Indien geschafft, denn auf dem Weg sind ihnen viele Leichname und Skelette von denen begegnet, die diesen mühsamen Trek ohne jegliche Ausrüstung nicht geschafft haben…

    Aber das heftigste an seiner Geschichte, sind gar nicht die puren Fakten (dass sobald er seine Muter zuhause anruft, sie Besuch vom Militär bekommt, da diese sämtliche Telefonate abhören), sondern die Stärke und Größe wie er das erzählt.

    Und wenn ich dann frage, ob er keinen Hass bekommt auf die Chinesen, dann sagt er nur „Doch, aber er ist dankbar das S.H. Der Dalai Lama sein Volk so unterrichtet, sich gewaltlos und friedvoll den Probelmen zu wiedersetzen…“

    Er sagt, sogar, dass es den Tibetern wirtschaftlich in Tibet inzwischen durch die Chinesen gar nicht so schlecht ginge, aber sie einfach nicht in Freiheit leben können und ihren Glauben, Kultur und Tradition aufgeben müssen und er deswegen nach Indien gekommen ist, um etwas für die Freiheit in seinem Land bewirken zu können. Dabei hat er in Kauf genommen, seine Eltern, Geschwister und Freunde wahrscheinlich nie wieder im Leben sehen zu können und eines Tages vielleicht auch nicht mehr am Telefon sprechen zu können…

    Es ist schwer in Worte fassen, aber ich hatte schon so sehr dieses Bedürfnis dem armen Kerl einfach irgendwas geben zu können oder irgendwo mit hinzunehmen, wo er seinen Frieden finden kann…

    Aber auf einmal springt er plötzlich auf, verabschiedet sich höflichst, bedankt sich sogar, dafür, dass wir hier als „Zeuge“ sind und sagt, er müsse jetzt seine Arbeit als Reporter machen und über diesen kleinen „Protestmarsch“ berichten… und schwupps war er weg!

    Dabei hätten wir nur zu gerne von ihm gehört, was wir machen können, wie wir helfen können, wir hatten sogar aus unserer eigenen Hilflosigkeit das Bedürfnis ihm einfach Geld in die Hand zu drücken…

    Wir haben uns dann noch über eine Woche in Mc Leod Ganj aufgehalten und sind u.a. in dem Norbulinka Institut in die tibetische Gesellschaft und Tradition eingetaucht. Hier werden verschiedene Aspekte deren Kultur: Kunst, Musik, Geschichte etc. aufrechterhalten.

    Nach insgesamt 2 Wochen sind wir dann mit dem Gefühl aus Mc Leod Ganj abgereist, dass wir an der Situation der Tibeter hier mit ihrer unglaublichen geistigen Stärke und diesem unbesiegbare Glauben an das Gute im Menschen nicht viel ausrichten können.

    Vielmehr haben wir uns bestärkt darin gesehen in anderen Teilen der Welt uns für die Tibeter einzusetzen…

    Und zwar sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir Ihnen am meisten „helfen“ können, indem wir Ihnen zunächst erstmal Respekt zollen.

    Dies tun wir u.a., indem wir persönlich „made in China“ Produkte und China als Reiseland boykottieren. Wir sind der Meinung, dass jeder ausländische Tourist auf deren Statistik sein schweigendes OK zum Verhalten der chinesischen Regierung gibt.

    Das ist doch das, wo jeder Einzelne „im Kleinen” etwas Gutes tun kann!

    Buddhismus
    Der Buddhismus ist eine Lehrtradition und Religion mit weltweit etwa 375 Millionen Anhängern vor allem in Süd-, Südost- und Ostasien. Die Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Siddhartha Gautama, der nach heutigem Kenntnisstand im 5. Jahrhundert v. Chr. in Nordindien lebte.

    Er wird als „historischer Buddha“ bezeichnet. „Buddha“ (wörtlich „Erwachter“) ist ein Ehrentitel, der sich auf ein Erlebnis bezieht, das als Bodhi („Erwachen“) bezeichnet und oft ungenau mit „Erleuchtung“ übersetzt wird.

    Gemeint ist damit nach der buddhistischen Lehre eine fundamentale und befreiende Einsicht in die Grundbedingungen alles Lebens, aus der sich die Möglichkeit zur Überwindung des leidhaften Daseins ergibt. Diese Erkenntnis nach dem Vorbild des historischen Buddha zu erlangen und durch Befolgung seiner Lehren im Alltag umzusetzen, um die Aufhebung des Leidens zu ermöglichen, ist das Ziel des buddhistischen Erlösungsstrebens.

    Entwicklung
    Der Buddhismus entstand auf dem indischen Subkontinent, wo Siddhartha Gautama zur Welt kam. Der Überlieferung zufolge erlangte er im Alter von 35 Jahren durch das Erlebnis des „Erwachens“ eine Aufeinanderfolge von Erkenntnissen, die es ihm ermöglichten, die buddhistische Lehre zu formulieren. Bald danach begann er mit der Verbreitung der Lehre, gewann die ersten Schüler und gründete die buddhistische Gemeinde. Bis zu seinem Tod im Alter von 80 Jahren, mit dem bei ihm nach buddhistischer Vorstellung das endgültige Nirvana ( “Verlöschen”) eintrat, wanderte er lehrend durch Nordindien.

    Von der nordindischen Heimat Siddhartha Gautamas verbreitete sich der Buddhismus zunächst auf dem indischen Subkontinent, auf Sri Lanka und in Zentralasien.

    Aspekte des Buddhismus drangen auch in andere religiöse Traditionen ein oder gaben Impulse zu deren. Der Buddhismus trat in vielfältiger Weise mit den Religionen und Philosophien der Länder, in denen er Verbreitung fand, in Wechselwirkung. Dabei wurde er auch mit religiösen und philosophischen Traditionen kombiniert, deren Lehren sich von denen des ursprünglichen Buddhismus stark unterscheiden.

    Lehre
    Nach der buddhistischen Lehre ist jedes Lebewesen einem endlosen Kreislauf (Samsara) von Geburt und Wiedergeburt (Reinkarnation) unterworfen. Ziel von Buddhisten ist es, durch ethisches Verhalten, die Kultivierung der Tugenden (Fünf Silas), die Praxis der „Versenkung“ (Samadhi, vgl. Meditation) und die Entwicklung von Mitgefühl und Weisheit (Prajna) aus diesem Kreislauf herauszutreten. Auf diesem Weg sollen Leid und Unvollkommenheit überwunden und durch Einsicht (Erwachen) der Zustand des Nirwana realisiert werden.

    Basis der buddhistischen Praxis sind die Vier Edlen Wahrheiten:

    1. die Erkenntnis, dass das Leben von Leid geprägt ist
    2. die Erkenntnis, dass dieses Leid durch Begierde verursacht wird
    3. , dass die Begierde und somit das Leid durch tugendhaftes Leben und Meditation überwunden werden können
    4. , dass die der Weg dahin über den Achtfachen Pfad führt, der Handlungsanweisungen zum tugendhaften Leben gibt in deren Mittelpunkt Rücksichtnahme und Erkenntnis stehen.

    Siddharta Gautama

    Gemäß der Überlieferung wurde Siddhartha Gautama etwa 563 v. Chr. in Lumbini im nordindischen Fürstentum Kapilavastu, heute Teil des Nepals, als Sohn des Herrscherhauses von Shakya geboren und trägt daher den Beinamen Shakyamuni, „Weiser aus dem Hause Shakya“.

    Im Alter von 29 Jahren wurde ihm bewusst, dass Reichtum und Luxus nicht die Grundlage für Glück sind. Er erkannte, dass Leid wie Altern, Krankheit, Tod und Schmerz untrennbar mit dem Leben verbunden ist, und brach auf, um verschiedene Religionslehren und Philosophien zu erkunden, um die wahre Natur menschlichen Glücks zu finden.

    Sechs Jahre der Askese, des Studiums und danach der Meditation führten ihn schließlich auf den Weg der Mitte und er hatte unter einer Pappelfeige in Bodh-Gaya im heutigen Nordindien das Erlebnis des Erwachens (Bodhi).

    Wenig später hielt er seine erste Lehrrede und setzte damit das „Rad der Lehre“ (Dharmachakra) in Bewegung. Danach verbrachte er als Buddha den Rest seines Lebens bis zu seinem Tod im Alter von 80 Jahren mit der Unterweisung und Weitergabe der buddhistischen Lehre, des Dharma. 

    Grundlagen

    In seiner ursprünglichen Form ähnelt der Buddhismus teils mehr einer Denktradition oder Philosophie als einer Religion im westlichen Verständnis.

    Buddha selbst sah sich weder als Gott noch als Überbringer der Lehre eines Gottes. Er stellte klar, dass er die Lehre Dharma (Sanskrit), nicht aufgrund göttlicher Offenbarung erhalten, sondern vielmehr durch eigene meditative Schau (Kontemplation) ein Verständnis der Natur des eigenen Geistes und der Natur aller Dinge erkannt habe. Diese

    Erkenntnis sei jedem zugänglich, wenn er seiner Lehre und Methodik folge.
    Dabei sei die von ihm aufgezeigte Lehre nicht dogmatisch zu befolgen. Im Gegenteil warnte er vor blinder Autoritätsgläubigkeit und hob die Selbstverantwortung des Menschen hervor. Er verwies auch auf die Vergeblichkeit von Bemühungen, die Welt mit Hilfe von Begriffen und Sprache zu erfassen, und mahnte eine Skepsis gegenüber dem geschriebenen Wort oder feststehenden Lehren an, die in anderen Religionen in dieser Radikalität kaum anzutreffen ist.

    Von den monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) unterscheidet der Buddhismus sich grundlegend. So benennt die buddhistische Lehre weder einen allmächtigen Gott noch eine ewige Seele. Das, und auch die Nichtbeachtung des Kastensystems, unterscheidet ihn auch von Hinduismus und Brahmanismus, mit denen er anderseits die Karma-Lehre teilt. In deren Umfeld entstanden, wird er mitunter als eine Gegen- oder Reformbewegung zu den vedischen Glaubenssystemen Indiens betrachtet.

    Die „Vier Edlen Wahrheiten“ und der „Achtfache Pfad“

    Kern der Lehre des Buddha sind die von ihm benannten Vier Edlen Wahrheiten, aus der vierten der Wahrheiten folgt als Weg aus dem Leiden der Achtfache Pfad.

    Ursache und Wirkung: Karma
    Karma bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat, es entspricht in etwa dem Prinzip von Ursache und Wirkung. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben äußern.

    Karma bezieht sich auf alles Tun und Handeln sowie die nichtmateriellen Ebenen des Denkens und Fühlens. All das erzeugt entweder gutes oder schlechtes Karma oder kann karmisch gesehen neutral sein.

    Höchstes Ziel des Buddhismus ist es, die Folge der Wiedergeburten, das Samsara.zu entkommen, indem kein Karma mehr erzeugt wird – Handlungen hinterlassen dann keine Spuren mehr in der Welt. Im Buddhismus wird dies als Eingang ins Nirvana bezeichnet. 
    Da dieses Ziel in der Geschichte des Buddhismus oft als unerreichbar in einem Leben galt, ging es, besonders bei den Laien, mehr um das Anhäufen guten Karmas als um das Erreichen des Nirvana in diesem Leben. Gekoppelt daran ist der Glaube, dass der durch gute Taten erworbene Verdienst auch rituell an andere weitergegeben werden könne, selbst an Verstorbene oder ganze Nationen.

    Der Kreislauf des Lebens: Samsara

    Der den wichtigen indischen Religionen gemeinsame Begriff Samsara, „beständiges Wandern“, bezeichnet den fortlaufenden Kreislauf aus Leben, Tod und Wiedergeburt, Werden und Vergehen. Das Ziel der buddhistischen Praxis ist, diesen Kreislauf zu verlassen.

    Alle Wesen sind im Kreislauf des Lebens gefangen, daran gebunden durch Karma: ihre Taten, Gedanken und Emotionen, durch Wünsche und Begierden. Erst das Erkennen und Überwinden dieser karmischen Kräfte ermöglicht ein Verlassen des Kreislaufs. 

    Reinkarnation

    Reinkarnation und Karma waren Begriffe, die in der indischen Philosophie bereits vor Erscheinen des Buddha bekannt waren. Wie der westlichen Rezeption meist entgeht, widersprach der Buddha diesen vedischen Konzepten grundlegend und ersetzte sie entsprechend seiner Erfahrung.

    Die indische Philosophie kannte das „Selbst“, vergleichbar mit der persönlichen Seele der westlichen Gedankenwelt. Buddha verneinte deren Existenz als individuelle und konstante Einheit, die auch wiedergeboren werden könnte.

    Im Gegensatz dazu sprach er von dem „Nicht-Selbst“. Die Vorstellung von Atman ist demnach Teil der Täuschung über die Beschaffenheit der Welt. Gemäß der Lehre Buddhas entsteht die Persönlichkeit mit all ihren Erfahrungen und Wahrnehmungen in der Welt erst aus den Fünf Aneignungsgruppen, den Skandhas (Sanskrit): Körper, Empfindungen, Wahrnehmungen, Geistesregungen und Bewusstsein.

    Reinkarnation wird im Buddhismus also nicht als „Seelenwanderung“ verstanden, sondern als ein Impuls aus dem Karma des Gestorbenen. Dieser Impuls ist Folge der nicht ausgeglichenen Karmabilanz des Betreffenden, die sich in einer oder mehreren neu in Erscheinung tretenden Existenzen erneut manifestieren.

    Eine bekannte Allegorie vergleicht diesen Prozess mit der Flamme einer Kerze, die weitere Kerzen anzündet. Weder die Kerze selbst noch die Flamme bleiben dieselben, aber ohne die ursprüngliche Kerzenflamme gäbe es auch die folgenden nicht.

    Das bedingte Entstehen

    Wiedergeburten vollziehen sich, solange verursachende, nach Realisierung drängende Triebkräfte vorhanden sind. Diese „bedingte Entstehung“, auch „Entstehen in Abhängigkeit“ ist eines der zentralen Konzepte des Buddhismus. Es beschreibt die Seinsweise aller Phänomene in ihrer dynamischen Entwicklung und gegenseitigen Bedingtheit.


    Die Lehre: Dharma

    Dharma (Sanskrit) bzw. Dhamma (Pali) bezeichnet im Buddhismus zweierlei:

    • Die Lehre Buddhas: Dharma sind die Vier edlen Wahrheiten. Es bildet eines der Drei Juwelen, der so genannten „Zufluchtsobjekte“, bestehend aus dem Lehrer, der Lehre und der Gemeinschaft der Mönche (Buddha, Dharma und Sangha).
    • ·Die Gesamtheit aller weltlichen Phänomene, der Natur an sich und der ihr zu Grunde liegenden Gesetzmäßigkeiten.

    Das Erwachen: Bodhi
    Bodhi ist der Vorgang des „Erwachens“, oft ungenau mit dem unbuddhistischen Begriff „Erleuchtung“ wiedergegeben. Voraussetzungen sind das vollständige Begreifen der „Vier edlen Wahrheiten“, die Überwindung aller an das Dasein bindenden Bedürfnisse und Täuschungen und somit das Vergehen aller karmischen Kräfte. Durch Bodhi wird der Kreislauf des Lebens (Samsara) verlassen und Nirvana erlangt.

    Verlöschen: Nirvana

    Nirvana (Sanskrit) bezeichnet das Verlassen von Samsara, den Kreislauf aus Leben, Tod und Wiedergeburt. Nirvana kann letztlich mit Worten nicht beschrieben werden, es kann nur erlebt und erfahren werden als Folge intensiver meditativer Übung und Erkenntnis.

    Es ist auch kein Ort, nicht vergleichbar mit Paradies-Vorstellungen anderer Religionen. Es ist kein Himmel und keine greifbare Seligkeit in einem Jenseits. Nirvana ist ein Abschluss, kein Neubeginn in einer anderen Sphäre. Somit ist es ein Zustand der Zustandslosigkeit, in dem alle Vorstellungen und Wunschgebilde, also alle karmischen Kräfte, überwunden und gestillt sind. Auch tritt Nirvana nicht erst mit dem Tod ein – Buddha selbst lebte und unterrichtete noch 45 Jahre, nachdem er Nirvana erreicht hatte. Das endgültige Aufgehen oder „Verlöschen“ im Nirvana nach dem Tod wird als Parinirvana bezeichnet.

    Religiöser und Philosophischer Aspekt

    Während der Buddhismus zu den Weltreligionen gezählt wird, gibt es insbesondere im Westen Buddhisten, die sich als solche nicht für Anhänger einer Religion halten. Sie betrachten den Buddhismus als Weisheitslehre und Philosophie, die mit unterschiedlichen religiösen Bekenntnissen oder weltanschaulichen Überzeugungen vereinbar sei.

    Ein fundamentaler Gegensatz zu allen theistischen Religionen besteht darin, dass der Buddhismus die Existenz eines allmächtigen Schöpfergottes ablehnt. Vereinbar ist er jedoch mit der Annahme, dass es Götter und Geister gibt, die ebenso wie alle anderen Lebewesen grundsätzlich der Unwissenheit und dem Leid sowie dem Kreislauf der Wiedergeburt unterworfen sind. Daher konnten bei der Verbreitung des Buddhismus viele Elemente der ursprünglichen Religionen und Kulturen der jeweiligen Länder übernommen und in den Buddhismus integriert werden. So wandelten sich die ursprünglichen Bön-Gottheiten in Tibet zu Verkörperungen von verschiedenen Aspekten Buddhas in Form von Bodhisattvas. Diese werden oft als Buddhas Verehrer, Zuhörer oder Beschützer dargestellt.

    Abgesehen von der Leugnung des Schöpfergottes besitzt der heute gelebte Buddhismus zahlreiche Eigenschaften einer Religion, deren Formen sich allerdings je nach Tradition stark unterscheiden: Ritual, Gemeinschaft, Liturgie, Seelsorge, Askese und Mönchtum, Mystik und Dogmatismus.

    Während Buddhismus in Asien als etwas angesehen wird, das untrennbar mit den jeweiligen kulturellen und historischen Besonderheiten verbunden ist, gibt es im Westen den Trend, die philosophischen und psychologischen Aspekte des Buddhismus aus ihrem historischen, kulturellen und religiösen Kontext herauszulösen und mit Werten wie Aufklärung und Demokratie zu verbinden. Angesichts der unterschiedlichen Konzepte von Buddhismus ist es eine Frage der Sichtweise und der Religionsdefinition, ob Buddhismus mit dem deutschen Begriff „Religion“ bezeichnet werden soll oder nicht.

    Buddhistische Schulen
    Es gibt drei Hauptrichtungen des Buddhismus:

    1. Hinayana („Kleines Fahrzeug“), aus dessen Tradition heute nur noch die Form des Theravada („Lehre der Älteren“) existiert,
    2. Mahayana („Großes Fahrzeug“),
    3. Vajrayana (im Westen meist als Tibetischer Buddhismus bekannt oder irreführender Weise als „Lamaismus“ bezeichnet).

    In allen drei Fahrzeugen sind die monastischen Orden Hauptträger der Lehre und für deren Weitergabe an die folgenden Generationen verantwortlich.

    Quelle: Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Buddhismus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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  • 03Okt

    Die heilige Kuh und die GebetsfahnenWarum Indien?

    Diese Frage wurde uns vor der Reise öfters gestellt und wir konnten nicht recht in Worte fassen, warum es uns ausgerechnet dahin gezogen hat.
    Vor allem weil die Antwort, weniger bei Indien bzw. den Indern lag, sondern eher bei Tibet und den Tibetern.

    Als ich, Schnull, nämlich 2001 nach Tibet gereist bin, habe ich zum ersten Mal auf einer Reise Dinge gesehen und erlebt, die ich nicht einfach als Teil dieser im weitesausgedehnten Sinne “Andere Länder, andere Sitten”-Erfahrung hinnehmen bzw. wegstecken konnte.

    Nichts was ich vor dieser Reise in Büchern, Artikeln, Berichten gelesen, gesehen oder erzählt bekommen habe, hat mich auf das was wir in über 2 Wochen in Tibet erlebt haben, ausreichend vorbereitet.

    Wir sind auf dieser Reise den Möglichkeiten des menschlichen Verhaltens in seinen beiden Extremformen begegnet: “Ist der Mensch in seinem Wesen gut oder ist er böse?”

    Auf der einen Seite haben wir Menschen gesehen, die jeder in ihrer eigenen Interpretation der Machtausübung einem Apparat der menschlichen Grausamkeit dienen bzw. diesen individuell ausleben.

    Auf der anderen Seite haben wir Menschen gesehen, die Unbeschreibliches erleiden und auf faszinierende Weise durch ihre tiefe religiöse Verwurzelung an das Gute glauben (bzw. scheinbar davon überzeugt sind) und sogar Mitgefühl für Ihr Gegenüber aufbringen können, dass lediglich “schlecht” handelt, weil es den Weg zum “guten Handeln” nur noch nicht gefunden hat.

    Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich mit dieser Überzeugung der Tibeter: “Der Mensch ist gut!” in Kontakt gekommen.

    Dass diese Überzeugung an einem Ort ausgelebt wird, wo eine jahrtausendalte Kultur einfach im Zusehen der Weltöffentlichkeit skrupellos ausgelöscht wird, keine Meinungsfreiheit, keine Religionsfeiheit, dafür aber Unterdrückung, Folter und vor allem der Aufzwang eines anderen Willens / Kultur / Sprache / Identität etc. an der Tagesordnung stehen, bleibt für mich nach wie vor das menschlich faszinierendste und großartigste, das ich auf all meine Reisen je erlebt und gesehen habe.

    Die Umstände bzw. die Angst vor den chinesischen Machthabern in Tibet veranlasst jährlich 2.500 bis 3.500 Tibeter zur Flucht aus ihrer Heimat. Unter diesen Flüchtlingen befinden sich zahlreiche Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern zu Fuß auf die lange und gefährliche Reise über den Himalaja geschickt werden, um ihnen ein Aufwachsen ohne Repressionen und Einschüchterungen zu ermöglichen.

    Ebenfalls kann den Tibetern in Tibet nicht die für sie so wichtige buddhistische Ausbildung, ohne staatliche Verfolgung befürchten zu müssen, gewährleistet werden. Somit begeben sich also viele Flüchtlinge auf den ungewissen Weg ins nordindische McLeod Ganj / Dharamsala, um ihrem dort im Exil lebenden geistigen Oberhaupt, dem 14. Dalai Lama, ganz nahe zu sein.

    Und ganz speziell an diesen Ort hat es auch uns (zunächst) am meisten hingezogen….

    Denn wir sind davon überzeugt, dass der interkulturelle Austausch, der durch das Reisen ermöglicht wird, insofern stattfinden muss, dass wir alle lernen Respekt voreinander zu haben und, dass jeder den freien Willen, selber zu entscheiden, was man sagt, denkt und vor allem tut, haben sollte!

    Wir hatten in Deutschand das Gefühl unsere eigentlichen Werte und Wichtigkeiten im westlichen Alltagstrott aus den Augen zu verlieren und wollen auf dieser Reise nun wieder unseren eigenen positiven Beitrag zum interkulturellen Austausch bringen.

    Welche Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse uns auf dieser Reise begleiten, möchten wir gerne in diesem Blog mitteilen und hoffen, dass wir künftig mehr “mindtravelers” unterwegs treffen, die nicht meinen, mit ein paar mitgebrachten Stiften, Bonbons oder Münzen in der Tasche ihren ausreichend positiven Beitrag zu bringen, sondern sich beim Reisen einfach ein paar mehr Gedanken machen…

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