As-salam alaikum (Friede sei mit Euch)
Nach einer kalten Nacht in Neuseeland, die wir dank der elektrischen Heizdecken in unserem Motel gut überstanden haben und unserem 5 tägigen Shoppingmarathon in Bangkok sind wir nun vor ein paar Tagen in Dubai angekommen.
Und obwohl wir nun kurz vor dem Ende unserer Reise stehen, hat Dubai dieselbe Begeisterungsfähigkeit und Reiseenthusiasmus in uns hervorgerufen, mit dem wir an unserem ersten Reisetag vor 20 Monaten in New Delhi angekommen sind.
Die Stadt ist so lebendig, impulsiv und vielfältig, dass man einfach nur mitgerissen werden kann von dieser vibrierenden Stimmung!
Und hier in dem Handelszentrum der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat die Suche nach Superlativen noch einmal ganz neue Dimensionen bekommen.
Obwohl schon viele rekordträchtige Gebäude vorhanden sind (z.B. die Dubai Mall = größte Mall der Welt und das Burj Arab Hotel), bekommt man den Eindruck dass die ganze Stadt eine einzige riesige Baustelle ist. Das höchste Gebäude der Welt (das Burj Dubai), eine Marina, die das Stadtgebiet Hongkongs übetreffen soll und ein Vergnügunspark, der doppelt so groß werden soll, wie Floridas Disney World, befinden sich ebenso im Bau, wie die langersehnte Metro „Triple Nine“, die am 09.09.09, fertiggestellt werden soll. Auch hier musste mal wieder etwas übertroffen werden, in diesem Fall die Chinesen, die die 8 als Glückszahl ansehen…
Dieser wahnsinnige Bauboom spiegelt sich auch in der Einwohnerzahl der VAE wieder. Von den insgesamt 4,2 Millionen (ca. 2 Mio Menschen leben in Dubai) ist gut ein Viertel dieser Gesamtbevölkerung auf dem Bau tätig. Die Liste der Expats, die auch in vielen weiteren Dienstleistungsbereichen arbeiten wird angeführt von Indern, Pakistanis, Bangladeshis, Ägyptern, Sri Lankanern, Philippinern und weiteren Nationen. Nur 20% der Einwohner stellen die Emirati selbst. Diese arbeiten überwiegend in den gehobeneren Positionen, der Politik und dem Verwaltungswesen und sind im alltäglichen Leben selten als Arbeiter zu sehen.
Und obwohl die Expats bedeutend mehr verdienen als in ihren Heimatländern (die zudem meistens als Krisengebiete gelten) sind die Lebensbedingunen hier für sie erschütternd. Die Männer leben hier getrennt von ihren Familien, da eine Übersiedlung zu teuer ist und können sich oft nur alle 2 Jahre einen Heimaturlaub leisten. Sie haben hier oft monatelang keinen einzigen freien Tag. Und das bei einem Arbeitstag von durchschnittlich mehr als 12 Stunden und unvorstellbaren Außentemperaturen von bis zu 50 Grad im Sommer.
Eine eigene Wohnung können sie sich nicht leisten und so teilen sie sich oft mit 10 Leuten ein kleines Zimmer mit Etagenbetten. Ein phillipinischer Taxifahrer erzählte uns, dass in dem Appartment, welches vom Arbeitgeber vermietet wird 30 Personen in 3 Zimmern von kleinstem Ausmaß (zB 6×10 m) wohnen. Jeder Mieter zahlt monatlich 500 AED (ca. 100€) und das ist nach seinen Angaben schon günstig (sonst 700-800 AED).
Vor Kurzem hat es dann aufgrund einer BBC Reportage über die unmenschlichen Lebensumstände für die Arbeiter hier neue Vorschriften der Regierung gegeben: gewisse hygienische Standards müssen erfüllt werden und um sicherzugehen, dass das Gehalt der Arbeiter pünktlich und in voller Höhe vergeben wird, soll es elektronisch überwiesen werden.
Oft genug haben wir nun in dieser kurzen Zeit schon gehört, dass wichtige Vertragsbestandteile einfach nicht eingehalten werden (Urlaub, kostenfreie Unterkunft, freie Tage etc.) und dass den Arbeitern aber keine Wahl bleibt, weil der Arbeitgeber ihnen einfach ein 1 jähriges Einreiseverbot in die VAE bersorgen kann. Dies will natürlich niemand riskieren, weil immer sehr viele Familien im Ausland auf das Geld der Expats angewiesen sind.
Erschreckend nüchtern fasste uns der phillipinische Taxifahrer seine letzten 15 Jahre hier in den Verienigten Arabischen Emiraten zusammen:
„Wir leben hier nicht in den VAE, wir überleben hier!“
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14Mai
Tags: Dubai, VAE, Vereinigte Arabische Emirate
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12Mai
Unser Fazit:
Samoa hat offiziell den Status eines „Least Developed Country“ (also eines Entwicklungslandes) und das durchschnittliche jährliche Einkommen der Samoaner liegt bei 15.000 Tala (ca. 3.800 €), bei einem Mindestlohn von 1,6 Tala pro Stunde (=0,40 €).
Diese Umstände veranlassen immer mehr Samoaner in die USA, Australien, Neuseeland (allein nach Neuseeland emigrierten 2005 42.000 ! Samoaner) auszuwandern. Inzwischen leben mehr Samoaner im Ausland als in ihrem eigenen Land!Jährlich fließen durch diese im Ausland lebende Samoaner Gelder in Höhe von ca. 200 Millionen Tala (ca. 5 Millionen Euro!) ins Land.
Man könnte nun also meinen, dass die Dörfer und Infrastrukturen etc. dementsprechend gut ausgestattet aussehen und eigentlich der Status des Entwicklungslandes unpassend wäre. Was man aber vorort antrifft sind Trinkwasserversorgungen, Schulen und diverse soziale Einrichtungen, die von internationale Hilforganisationen finanziert werden.
Wohin also das ganze Geld der Samoaner fließt ist recht einfach zu beantworten: an die Kirche! Und davon gibt es in Samoa reichlich: 1830 kamen die ersten Missionare John Williams und Charles Barff von der London Missionary Society (LMS), gefolgt von Methodisten und katholischen Missionaren. 1888 kamen die Mormonen hinzu.
Als die ersten Missionare ankamen war Polygamie übrigens ganz gewöhnlich und die Chiefs hatten oft bis zu 10 Frauen. Dies änderte sich dann mit der Akzeptanz des Christentums.
Diese geschah auch recht einfach, da der samoanischen Legende nach eine Kriegsgöttin eine Übernahme einer fremden Religion prophezeite. Und die seltsamen Reichtümer der Palagi (wörtlich: cloud burster= Wolkentrenner: die Schiffen mit ihren hohen Masten mit denen die Europäer ankamen, trennten den Himmel auf!) wurden auch als Beweis für die überlegene Kraft und Großzügigkeit des Gottes des weißen Mannes gegenüber der samoanischen Aitu (Geister) angesehen.
Der Drang nach diesen Reichtümern gekoppelt mit dem Glauben der Europäer hat inzwischen auf Samoa einen Trend eingenommen, der so aussieht, dass sich die Gotteshäuser der verschiedenen Glaubensrichtungen versuchen sich an Prunk zu übertreffen. Es scheint als ob folgendes Motto gilt: je prachtvoller das Gotteshaus, desto seliger sind die Gläubigen. Ein Pastor den wir antrafen hat uns mehrmals mit größtem Stolz erzählt, dass „seine“ Kirche 1 Millionen Tala wert sei (800.000 Tala kamen aus dem Ausland.) Es ist dann auch völlig egal, dass es niemanden gibt, der das äußerst teure Piano zum Gottesdienst spielen kann…
Ein Gottesdienst dient in erster Linie (so haben wir zumindest verstärkt den Eindruck bekommen) der Geldabgabe der Gläubigen. Dafür reisen sie sogar aus dem Ausland persönlich an (wie unsere in Neuseeland lebende Sitznachbarin im Flugzeug!) Am Eingang jeder Kirche empfängt einen sofort jemand, der das Geld einsammelt. Dies wird während des Gottesdienstes dann gezählt, ausgewertet und anschließend wird am Kircheneingang eine Liste der eingenommenen Spenden aufgehängt. (Diese sind übrigens enorm und stehen in keinem Verhältnis zu dem durchschnittichen Einkommen eines Samoaners!). Diese Liste ist so aufgebaut, dass ganz oben die Familie mit der höchsten Spendensumme genannt wird, ganz unten steht die Familie, die am wenigsten gegeben hat. Oft genug reicht es außerdem nicht aus einen frei gewählten Betrag zu spenden. Es wird von jeder Familie (egal ob arm, ob reich, ob groß ob klein) oft derselbe Betrag verlangt. Viele Samoaner nehmen Kredite auf, um sich die verlangten Spenden leisten zu können und verschulden sich somit!!!
Schade nur für die Samoaner, dass sie nicht einfach aus der Kirche „austreten“ können, denn das wär so ziemlich das verwerflichste was ein Samoaner machen kann….Tags: entwicklungsland, kirche, status samoa
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09Mai
Nach knapp einer Woche auf Upolu sind wir dann mit der Fähre (die Überfahrt dauert ca. 1,5 Stunden) nach Savaii übergesetzt.
Am Fähranleger haben wir dann gleich einen neuen Mietwagen in Empfang genommen. Da die Kopien der Übergabeprotokolle gerade ausgegangen waren und es keinen Kopierer gab wurde also das gesamte Blatt (sämtlicher Linien und Kästchen) abgemalt… Ordnung muss sein
Zusammen mit Chris haben wir uns wieder in ein paar Tagen die Sehenswürdigkeiten der Insel angeschaut, bevor wir uns von all den „Strapazen“ noch zwei Tage am Strand erholt haben.
- Der erste Stopp war im Tafua Peninsula Rainforest Preserve, wo man vielleicht eine halbe Stunde durch den dichtesten Regenwald läuft um an einen gewaltigen Kraterrand zu gelangen, der vom letzten Vulkanausbruch von 1905 stammt. Bei so einem Spaziergang durch den Regenwald weiß man wieder, dass die Haut „Löcher“ hat, denn der Schweiß tropft aus jeder erdenklichen Pore… Heftig ist auch die Höhe des Kraters, denn bis wir den Aufprall des Lavabrockens, den wir von oben runter geschmissen haben, hörten sind mehrere Sekunden vergangen!
- Die Afu Aau Falls wollten wir Abenteuerlustigen nicht über die offensichtliche Straße besichtigen, das wäre ja was für Anfänger gewesen. Nein, wir folgten der im Lonely Planet (Ausgabe von 2006!) ausgeschriebenen Route und fanden uns kurz später im hüfthohen Gras, umgeben von vielen Kokosnusspalmen und einem wildlebenden Pferd, wieder. Aber bis auf ein paar Schrammen von dem scharfen Gras sind wir ans Ziel gekommen. Leider kam es nicht zu unserer heißersehnten Abkühlung, da wir den Wasserfall nur von einer Anhöhe aus bestaunen konnte. Der Abstieg war leider zu steil! Da hätte man dann wohl doch die Zufahrststraße nehmen müssen
- In der Nähe der Afu Aau Falls liegt Pulemelei Mound, die größte altertümliche Pyramidenstruktur in Polynesien. Sicherlich sehenswert, allerdings war uns viel zu heiß und nach den beiden anderen Walks, wo der Weg äußerst schwierig zu finden war (wenn er denn überhaupt vorhanden war?) entschieden wir uns lieber an die Küste zu fahren, um uns die
- Alofaaga Blowholes anzusehen! Und das ist echt ein riesiges Spektakel, die Fontänen sprühen bis zu 30m hoch und dann kam der nette Maitai des Dorfes und warf für 2 Tala ein paar Kokosnüsse in das Loch, die dann mit der Wucht der riesigen Wellen noch viel höher flogen als die Fontäne an sich. Super! Der Maitai berichtete uns aber auch, dass sich einmal ein Tourist weit über die weiße Sicherheitslinie getraut hat und dann von einer riesen Welle in den Ozean gezogen worden ist und dort ertrank. Bei einem anderen Fall ist eine junge Frau in eines der Blowholes gefallen und konnte sich dort unten in einer Nebenhöhle so lange aufhalten, bis sie während der Ebbe wieder hinaufklettern konnte. Die Leute haben Nerven!!! Zwei klassiche Fälle von Selbstüberschätzung!
Somit endet unser 1. Mietwagentag auf Savaii mit einem fantastischen Sonnenuntergang bei den Blowholes. Die Rückfahrt im Dunkeln hat dann allerdings doppelt so lang gedauert wie tagsüber. Man muss nämlich in den ganzen Dörfern sehr vorsichtig fahren, da neben den Menschen, für die die Straßen abends Treffpunkt number one sind, auch noch Hunde, Schweine und Pferde mit von der Partie sind…
- Der nächste Tag fing mit der Besichtigung der Pe’ape’a Cave an, die während des Vulkanausbruches von 1905 entstanden ist. In dieser ca. 5o m langen Lavaröhre leben kleine Schwalben, die mit einer irren Geschwindigkeit über unsere Köpfe ins Dunkle und wieder hinaus in die grelle Sonne flogen.
- Im Falealupo Rainforest Preserve gibt es einen Giant Banyan Tree, den wir auf einer recht fragwürdigen morschen Holzkonstruktion erklommen haben!! Der treetop Canopy Walkway war dann allerdings geschlossen, weil man einsah, dass das doch sicherer wäre… Nervig ist, dass man an diesem Ort ein gemeinsames Eintrittsticket für 2 weitere Sehenswürdigkeiten (einen gigantischen Fussabdruck im Lava und unfertigen Steinhäusern) kauft. Totzdem mussten wir leider feststellen, dass man uns an den beiden anderen Orten ebenfalls noch ein saftiges Eintrittsgeld rauspressen wollte, was wir dann aber boykottierten!
- Lieber schauten wir uns die Ruinen von einer Kirche und ein paar Häuser an, die im Jahre 1995 von einer Monsterwelle zerstört worden sind.
- Am Cape Mulinu’u, dem westlichsten Punkt Samoas, verlassen der Legende nach, die Seelen der Toten die Erde durch ein Tor, um in die Unterwelt zu entschwinden. Erst nach mehrmaligen nachdrücklichen Fragen an den Enkel des Mataii, der Chris und Schnull zu der Sehenswürdigkeit hinführte, wo denn das Tor nun sei, zeigte dieser auf irgendwelche Felsen im Wasser…Witziger fanden wir hingegen ein weisses Kreuz auf den Brandungsfelsen, wo zum Millenium, Helikopter landeten, die dieses spezielle Sylvester an verschiedenen Orten und dann auch gleich mehrmals erleben wollten.
- Ein weiteres Highlight unseres Abstechers an das Kap war dann das Gespräch mit dem 92 jährigen Matai. Er war so stolz auf seine Tättowierungen, die bis runter zum Knie gehen und anhand der wie ihn als Matai identifiziert haben, dass er sich schließlich halb auszog und wie ein Model vor seiner Fale für unser kleines Fotoshooting geposed hat. Herrlich, auch wenn man sich die Schmerzen einer solchen 3 tägigen Tattoosession wohl kaum vorstellen kann.
- Im Dorf Saleaula haben wir uns die Lava fields, die vom eruptierten Mt. Matavanu von 1905 bis 1911 stammen, angeschaut. Fast alle Häuser und Gebäude sind dabei zerstört wurden, bis auf 2 Kirchen und das Grab der Jungfrau. Die Oma im Ticketfale lud uns danach noch auf eine Tasse samoanischen Kakao ein, der ganz fantastich schmeckte und sie machte dreisterweise die ganze Zeit Bemerkungen, dass Chris zu dünn sei und wir uns lieber einen fetten Samoaner suchen sollten. Als Chris sich dann zur Wehr setze und sie anzwinkerte, wusste sie aber auch nicht mehr was sie noch sagen sollte und wir haben alle gut gelacht. Verrückte Alte! Zum Abschied hat sie noch gesungen und jedem einen Kuss aufgedrückt und uns feste umarmt.
Die restlichen Tage in Samoa haben wir dann in unserem Bayview Resort am Rande eines herrlich bewachsenen Lavafeldes bei traumhaft gutem Essen verbracht. Da wir die einzigen Gäste in dem recht neu eröffneten Resort waren, hat man uns gut betüdelt…An einem Abend haben wir uns dann traditionelle samoanische Köstlichkeiten gewünscht. Vor allem die in Taroblätter gewickelte frische Kokusnusscreme (Palusami) war ein Traum!
Bei einem unserer Kajakausflüge über die Lagune haben wir dann an die 20 Schildkröten (alle in wenigen Sekundenabständen nacheinander) im Wasser gesehen. Und beim Rausgehen ist Schnull dann noch ein kleiner Mantarochen vor die Taucherbrille geschwommen. Dieses Erlebnis hat dann unseren Südseeaufenthalt wirklich perfekt gemacht. Yiehaa! -
06Mai
Talofa & Welcome to Samoa
Am Flughafen (im Vergleich zum Tongatapu Airport TBU, hat sich der Faleolo Airport von Samoa wie ein richtiger Flughafen mit beleuchteten Landebahnen, mehreren vorhandenen Flugzeugen, laufenden Kofferbändern etc. angefühlt – ja wir haben auf dieser Reise wirklich gelernt, nicht alles als selbstverständlich hinzunehmen…) wurden wir noch um kurz nach Mitternacht von einer gutgelaunten Band mit polynesischer Schunkelmusik begrüßt! Yiehaa, so kommt gleich gute Stimmung auf!
Witzig ist dann auch, wenn man aus westlicher Richtung nach Samoa fliegt, dass man mit der Überquerung der Datumsgrenze einen Tag hinzugewinnt. Somit sind wir am Dienstagabend um 22:00 Uhr von Tonga losgeflogen und nach knappen 1,5 Stunden Flugzeit am Montagabend um 23:30 in Apia, Samoa gelandet!
Da Samoa aus den beiden Hauptinseln Upolu (mit der Hauptstadt Apia) und Savaii (die 3. größte Inseln im Südpazifik nach Neuseeland und Hawaii) besteht, haben wir unseren Aufenthalt so geplant, dass wir je eine Woche für die beiden Inseln zum Erkunden haben. Um beide Inseln führt jeweils eine geteerte Küstenstraße (es gibt nur eine einizige und somit besteht außer in Apia nicht die Gefahr, dass man sich verfahren könnte!) mit mehr oder weniger großen Schlaglöchern. Auf Upolu gibt es dann noch 3 Querstraßen, die die Inseln von Norden nach Süden in 4 Abschnitte unterteilt und komplizierter wird es dann aber wirklich nicht mehr
Es gibt zwar Busse (mit Fenstern ohne Scheiben und mit einem heftigst ausgestatteten Bass-Soundsystem, dass selbst bei den hier überwiegend gespielten Schnulzensongs irre brummt), die die Dörfer hier anfahren, aber wir haben uns wieder für die weitaus bequemere Variante des Mietwagens entschieden.
Diesen haben wir auch gleich am nächsten Tag (auch die sehen hier um einiges neuer und heiler als auf Tonga aus) entgegen genommen. Auch der nötige Inselführerschein wurde uns gleich noch vom Vermieter mitverkauft. Hier fährt man übrigens noch, bis zum 7. September diesen Jahres „rechts“. Danach soll der Strassenverkehr nach „links“ umgestellt werden, da es angeblich günstiger ist, die dafür notwendigen Autos aus Japan etc. zu beziehen. Glücklicherweise waren wir nicht in dem Chaos dieses „Umstellungszeitraums“ auf samoanischen Straßen unterwegs…
Zusammen mit Chris (haben uns noch auf dem Flughafen in Tonga kennengelernt) haben wir dann diverse schöne Erkundungstage hier erlebt.
Folgende Sehenswürdigkeiten haben uns auf Upolu mehr oder weniger besonders beeindruckt:
Apia:
- Das Aggie Grey’s Hotel ist eine wirkliche Institution. Die Samoanerin Aggie Grey startete während des 2. Weltkrieges, als viele US Soldaten aus American Samoa zur Erholung nach Apia kamen, eine kleine Hamburger und Kaffee Bude. Im Laufe der Jahre wurde ein richtiges Hotel daraus und vor ein paar Jahren eröffnete dann auch noch ein Beach Resort Ableger in der Nähe des Flughafens. Aggi Grey’s ist somit einer der drei größten privaten Arbeitgeber in Samoa, neben der Vailima Bier Brauerei (es wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut!) und Yazaki, der elektronische Komponente für Autos herstellt. Mittwoch abends gibts es im Aggie’s eine Cultural Show mit einem großen Feast, was wir auf Tonga ja schon lieben gelernt haben!! Die Show mit Tänzen und Gesängen war ausgesprochen großartig und der krönende Abschluss bildete wieder einmal die Feuertanzshow mit irren Reflektionen über dem Wasser des Swimming Pools!!
- Auf dem Apia Hafen & Mulinuu Peninsula Historic Walk, den wir stilecht natürlich mit dem Mietwagen abgefahren sind, kommt man an Denkmälern vorbei, die an die britische, deutsche und amerikanische Vergangenheit Samoas erinnern. 1899 bekam Deutschland die Kontrolle über Western-Samoa (die Inseln Upolu und Savaii) und die USA über Ost-Samoa und es wehte für ein paar Jahre die deutsche Fahne im Südpazifik. 1914 löste Neuseeland die Deutschen ab und 1962 wurde Samoa schließlich als erste Inselkolonie im Pazifik unabhängig. Auf dem Unabhängigkeitsdenkmal ist zu lesen, dass „Samoa von Gott gegründet worden ist“.
- Das hoch angepriesene, in der Stadt liegende Palolo Deep National Marine Reserve, wo man ein tiefes, Korallenumgebenes Loch beschnorcheln kann, haben wir uns gespart bei der Vorstellung, dass alle Abwässer der Stadt ins Hafenbecken geleitet werden…
- Im Robert Luis Stevenson Museum kann man das Haus, in dem der schottische Schriftsteller (Die Schatzinsel, Dr. Jekyll and Hide und Entführt) die letzten 4 Jahre seines Lebens verbrachte, besuchen.
- Der Bahá’í Tempel stellt eine ganz besondere Sehenswürdigkeit dar. In Delhi hatten wir bereits einen der weltweit 8 Tempel (die anderen stehen in Chicago, Panama City, Santiago de Chile, Kampala/Uganda, Sydney und Frankfurt) besichtigt. Der Bahá’í Glaube wurde von Bahá’u’lláh, der 1817 im Iran geboren wurde, gegründet. Absolut faszinierend sind die überaus toleranten Grundsätze dieses Glaubens (vor allem wenn man die Herkunft und das Geschlecht des Gründers berücksichtigt!):
1. alle Götter und ihre Gesandten haben der Menschheit gedient und die Seelen zum Erlangen geistiger Vollkommenheiten geführt.
2. Jede Art von Vorurteilen seien sie religiös, rassisch, klassenbezogen oder national werden missbilligt. („Die Erde ist nur eine Heimat und die Menschheit ihre Bürger.“)
3. Mann und Frau sind gleichwertig zu betrachten: „ The world of humanity has two wings: one is woman and the other is man. Not until both wings are equally developed can the bird fly.”
…
- Faszinierend sind dann auch die 100 m hohen Papapapai-Tai Wasserfälle, die man aus einiger Entfernung von der Straße aus sieht.
- Spannend wurde es dann für uns in den Piula Cave Pools. Die zwei Felshöhlen sind mit Frischwasser gefüllt und es gibt in der Höhle einen kleinen Tunnel, durch den man in den anderen Pool schwimmen kann. Unter Wasser konnte man nur erkennen, dass von irgenwo Licht hereinkommen muss, aber wie lang und weit dieser Tunnel ist, konnte man nicht sehen… Also haben wir Chris vorausgeschickt
Als er weg war haben wir versucht durch Rufe und Gebrülle herauszufinden, wie das „swim through“ verlaufen ist, aber es kam keine Antwort… Also ist Schnull losgetaucht…. Haha, und dann beim Auftauchen auf der anderen Seite mussten wir richtig abgackern: man taucht nämlich ziemlich genau 3 Meter neben einem zweiten riesigen Ausgang nach draußen hin auf. Aber so hatten wir zumindest den Thrill Faktor erlebt! Zum Glück haben wir den über einen Meter langen Aal, der in den Pools lebt erst später gesehen und nicht unter Wasser in dem dunklen Tunneln angetroffen!! Aaaahh!
- In Lalomanu fanden wir dann den schönsten Strand der Ostküste vor und eine Reihe von „Resorts“ mit aneinandergereihten sogenannten „Fale Samoa“. Dies sind traditionelle samoanische Häuser, wie man sie in jedem Dorf sieht und sie werden teuer als traditionelle Unterbringung und kulturelle Erfahrung verkauft. Sie sind nicht abschließbar, nach allen Seiten hin offen gebaut und die shared facilities von 1 Dusche und 2 Toiletten (für 20 Fales) befinden sich auf der anderen Straßenseite… Man muss also deutlich Komfortabstriche für das Paradies in Kauf nehmen. Das war so gar nicht unser Fall, denn das gewünschte Südseefeeling wurde zusätzlich durch die blaue Abdeckplane, die um jede Fale gewickelt war, erheblich getrübt.
- Im Apia Park haben wir dann noch ein Rugby Spiel zwischen Savaii und einer tonganischen Mannschaft gesehen. Der angsteinflößende „Haka“ (wie man ihn vielleicht von dem neuseeländischen All Blacks Team her kennt) der tonganischen Mannschaft scheint gewirkt zu haben, denn sie sind später nach einem spannenden Punkteaufholen in den letzten 10 Spielminuten als Sieger vom Platz gegangen. Cool ist dann auch noch, dass das Trikot (von Puma, was hier zu unserer großen Freude, die meistgetragendste Marke ist!) vom samoanischen Team die tradionelle Tättowierung eines Matai (Village Chiefs) im Hüftbereich hat.
Unser 1. Eindruck:
Insgesamt kann man vergleichsweise zu Tonga sagen, dass die Menschen hier (ca. 180.000) um einiges zurückhaltender uns gegenüber sind und nicht ganz so strahlend und lebensfroh rüberkommen. Dies hängt unserer Meinung nach ganz stark mit den sozialen Strukturen hier zusammen: jede Familie hat im Durchschnitt 10-12 Kinder. Diese werden aber nur im Säuglingsalter von ihren Eltern betüdelt und umsorgt. Anchließend sind ihre älteren Geschwister dafür verantwortlich. Die dann nebenbei auch noch hart bei der körperlichen Arbeit anpacken. Diese fehlende elterliche Erziehung und Fürsorge merkt man den Menschen hier echt an und nicht nur die Kinder sind rotzfrech und unerzogen! Bei dem Versuch (wir sind einfach ein wenig langsamer gefahren) eine Kokosnusstragende Frau aus dem Auto heraus von hinten zu fotografieren, hat uns bzw. unser Auto ein älterer Man mit Steinen beschmissen!
Witzigerweise gibt es auf Samoa, wie auf Tonga eine Art Wettbewerb, der die Leute zwar nicht zum Abnehmen und zur Bewegung animiert, dafür aber ein Preisgeld für das am sauberstern und ordentlich erscheinenste Dorf verspricht. So haben wir also gerade in den Nachmittagsstunden, wenn die Hitze etwas erträglicher wird, ganze Menschenscharen angetroffen, die mit Unkrautzupfen, Blätter einsammeln, Rasen mit der Machete trimmen etc. beschäftigt waren. Und man muss echt anerkennend sagen, dass dieser Wettbewerb müllfreie, schicke und liebevoll bepflanzte Gärten mit sich gebracht hat… -
18Apr
Mit dem Mietwagen unterwegs
Um einen guten Überblick über die gesamte Hauptinsel Tongatapu (von West nach Ost sind es ca. 60 km!) zu bekommen, haben wir uns an unserem 2. Tag hier ersteinmal einen Mietwagen geholt. Das Protokoll bei der Fahrzeugannahme sah so aus, dass einmal auf dem Papier um das gesamte Auto ein Kreis gezogen wurde, was soviel bedeutete, das der Wagen an sämtlichen Stellen Kratzer, Rost und Dellen hatte… (Weil die Steuern für den Import von Autos hier so horrend sind und es außerdem keinen TÜV o.ä. gibt, sieht man auf der ganzen Insel Rostlauben, die nur noch durch Aufkleber und dem Willen der Fahrer zusammengehalten werden!)
Da man als Tourist einen „Inselführerschein“ vorweisen muss, wenn die Polizei einen stoppt, galt unser erster Gang also dem zum Polizeirevier. Die erste Gruppe Polizisten, die wir antrafen, spielte seelenruhig erstmal ihre Runde Karten zu Ende und wendete sich erst danach zu uns. Der zweite Officer erklärte uns dann, dass die „cash machine“, momentan kaputt sei und wir somit nicht für den Führerschein bezahlen können. Also, wünschte man uns einen schönen Tag mit dem Mietwagen, wies uns auf die entspannte Höchstgeschwindigkeit von 65 kmh hin und los ging es!
Cook’s Landing Site:
Bei unserem ersten Stop lernten wir dann, dass nicht nur wir, sondern auch Captain Cook und seine Mannschaft das „lavish feasting“ und entertainment so sehr genossen, dass sie gleich mehrere Monate blieben und den Tonganischen Inseln den Beinamen Freundschaftsinseln – „Friendly Islands“ gaben.
Erst Jahre später wurde bekannt, dass der High Chief Finau’ukalala und seine Anhänger planten Cook und seine Männer umzubringen und deren Schiffe zu plündern. Der Plan scheiterte ledigich daran, dass man sich nicht einigen konnte, ob das Attentat tagsüber oder nachts stattfinden sollte. Und letztendlich wurde der Plan dann einfach fallengelassen. Cook verließ Tonga im guten Glauben und Tonga hat bis heute den Beinamen der Freundschaftsinseln bzw. „Friendly Islands“.
Weiter ging es für uns über die “Bay of Fishing Pigs of Talafo’ou“, wo wir muschelfressende Salzwasserschweine gesehen haben, das Stonehenge der Südsee: Ha’amonga ’a Maui Trilithon zur Anahulu Cave durch die uns zwei Jungen mit einer Lampe, die sie mit Hilfe einer Autobatterie zum Leuchten brachten, geführt haben.
Zur Mittagszeit mussten wir dann feststellen, dass die Restaurantauswahl auf der Insel eher bescheiden ist und in den winzigen Lädchen nichts gescheites zu finden ist. Aber am Keleti Beach haben wir eine supernette tonganische Großfamilie kennengelernt, die uns eine Papaya geschenkt haben und frische grüne Kokosnüsse mit reichlich frischem Saft von der Palme geholt haben. Ein Traum!
Anschließend haben wir uns dann von den bekannten Mapu’a’a Vaca Blowholes begeistern lassen. Hier steigen die Wasserfontänen manchmal bis zu 20m hoch.
Tischreservierungen…
Den krönenden Abschluss unseres zweiten Tages hier auf Tonga hat dann unser Besuch im Little Italy Restaurant gebracht. Als wir auf einen Tisch zusteuerten, kam gleich ein Kellner an und sagte „Sorry, but this table is reserved for the King!“ Aaaah, wie aufregend! Wir haben uns also an den Tisch nebenan gesetzt. (Ist ja klar
) Wenig später hörten wir auch schon die hupende Eskorte und das Königsmobil ankommen. Im Restaurant sind dann alle aufgestanden, wir natürlich auch und dann kam der König rein und lächelte uns ganz beglückt an. Wir wussten natürlich nicht, wie wir uns verhalten sollen und dann sagte auch schon derjenige, der sich später als der Vorkoster des Königs herausstellte: „Relax!“ Na, ja man trifft ja schließlich nicht jeden Abend beim Pizza & Pasta Essen einen König! Wir konnten zwar leider nicht mitbekommen, was an deren Tisch besprochen wurde, aber wir konnten sehen, dass der König seinen Vorkoster bzw. eigenen Kellner mitgebracht hat, was soviel bedeutet, dass die Restaurantkellner die Sachen erst dieser Person gereicht haben, bevor dieser sie dann an den König weitergegeben hat… Ja, irgendwie muss man sich ja von der Masse abheben, oder??? -
17Apr
Malo e Lelei – Willkommen im Königreich von Tonga
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Als wir vor über einer Woche auf Tonga gelandet sind erstreckte sich das Königreich Tonga, das zwar aus 169 Inseln, von denen aber nur 36 bewohnt sind, unter uns völlig im Dunkeln. Erst als unser Flieger (der einzige auf dem Fughafen!) auf der Landebahn neben das kleine Flughafenhäuschen rollte, konnten wir die ersten Lichter Tongas erkennen! Was für ein Schaupiel so ein Landeanflug zu später Stunde sein kann…
Am nächsten Morgen gab es das lang ersehnte tropische Frühstück bevor es in die Hauptstadt und größte Stadt des Landes, Nuku’alofa, ging. Tonga hat insgesamt ca. 101.000 Einwohner wovon etwa 69.000 in diesem Stadtgebiet leben.
Die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt sind ein paar Kirchen der verschiedensten Glaubensrichtungen( davon gibt es ca. 30 im ganzen Land!), der Obst- und Gemüsemarkt und der königliche Palast Queen Salotes (Queen Mum), der heute noch fast so aussieht wie er 1884 vorgefertigt aus Neuseeland geliefert worden ist.
Tonga ist übrigens der einzige Staat in Ozeanien, der nie von Europäern kolonialisiert wurde und das Königsreich besteht seit über 1000 Jahren. Allerdings gibt es seit einigen Jahren Demokratiebewegungen, die zwar nicht die Abschaffung des Königshauses, aber mehr Mitsprachrechte des Volkes fordern.
2006 gingen diese Auseinandersetzungen soweit, dass sogar der Ausnahmezustand ausgerufen wurde. Demonstranten hatten einzelne Geschäftsgebäude niedergebrannt, aber wegen des starken Windes brannte die halbe Innenstadt ab. Diese leere Stellen sieht man immer noch und auch der Ausnahmezustand wurde offiziel bis heute nicht aufgehoben, obwohl das Inselleben sich uns von seiner entspanntesten Seite zeigte…
Auf dem Rückweg zur Heilala Lodge begegnete uns an unserem ersten Tag hier gleich zweimal der König begleitet von seiner Eskorte, die aus 2 Polizeimotorädern und einem vollbesetzten Armeefahrzeug besteht. Der König selber wird in einem alten, englischen Taxi durch die Gegend gefahren und mit einem Hupkonzert seiner Begleitfahrzeuge angekündigt. Ein bisschen wie bei dem Prinzen aus Zamunda…
Feast
Festlich ging es dann auch gleich abends in der Hina Cave weiter. Dorthin sind wir zusammen mit anderen Gästen der Heilala Lodge zu bekannten „Island Night“ gefahren. Zunächst gab es ein bisschen „Schunkelmusik“ begleitet von der Ukulele, dann gab es vor dem Essen ein Gebet (ganz nach tonganischer Tradition!) und dann ging das große „Feasten“ los.
Die Tonganer essen sehr gerne, viel und vor allem traditionell sehr kalorienreich (Yams und Kokosöl). Obwohl dicke Menschen auf Tonga noch immer als schön gelten und man genügend davon antrifft, führte der Staat ein Programm zur Ernährungsberatung an. Die Bevölkerung wurde u.a. zu mehr Sport animiert. Notwendig wurde das, weil rund 58 % der Männer und 75 % der Frauen einen Body-Mass-Index aufwiesen, der weit über 30 lag! ( Ernährungsmediziner reden ab einem BMI von 30 nicht mehr von Übergewicht, sondern von Adipositas, wofür eine ernährungsmedizinische Therapie erfolgen muss!) Damals initiierte Taufa’ahau Tupou IV (der ehemalige verstorbene König) auch einen nationalen Wettbewerb, in dem der Tonganer mit der größten Gewichtsreduktion 500 Dollar gewann. Dem 1918 geborenen König gelang es selbst in den frühen 90ern, sein Gewicht um 70 Kilogramm von vormals etwa 210 Kilogramm zu reduzieren!
Für uns galt dieser Trend an dem Abend nicht und wir haben uns richtig die Bäuche vollgehauen mit lauter exotischen Köstichkeiten: Seaweed mit Coconut, Corned Beef in Taro Blättern, Ota Ika (roher Fisch) und vor allem der leckeren Nachspeise Dobai (in Kokos und Caramel getauchte Teigbällchen).
Anschließend ging es in die eigentliche Hina Cave, wo wir eine ganz fantastische Tanzshow gesehen haben. Das „setting“ war einfach traumhaft. Die Höhle ist vom Strand aus zu begehen und durch die großen Löcher in der Decke schien das Monlicht herein. Es wurden unterschiedliche Tänze von den verschiedenen Südseeinseln aufgeführt, wobei die Zuschauer während der Vorstellung immer kleinere Pa’anga-Noten (1 TOP / tonganischer Paanga = 0,35 €) auf die großzügig mit Kokosöl beriebene Haut der Tänzer geklebt haben. Der krönende Abschluss dieser so-called „Island nights“ ist dann immer ein Feuertanz, der einfach schlichtweg atemberaubend ist! -
07Apr
Reif für die Insel!
Nun ist es am Ende doch noch so gekommen, wie wir es befürchtet hatten: wir haben unseren Van „5 vor 12“ verkauft, das Geld dafür auch erst heute morgen (2 Stunden vor unserem Abflug nach TBU = Tonga) auf dem Konto und den letzten sms-Kontakt mit unseren Käufern in der Warteschlange zum Boarden gehabt. Ziehen wir so ein Timing an, oder was?
Jedenfalls haben die letzten 2 Wochen unseres 6 monatigen Neuseelandaufenthalts noch extrem viel Spaß gemacht. Wir haben mit Jens die Gletscher- und Casinowelt entdeckt und die letzten 2 Tage auch endlich mal Frank kennengelernt. Nun sind wir gespannt was wir die nächsten Wochen auf Tonga & Samoa so erleben werden…
Nun, wollen wir aber kurz festhalten, wie die Autoverkaufsverhandlungen hier zu unseren Gunsten verlaufen sind.
Ende gut, alles gut!
Ersteinmal muss man sagen, dass zum Ende der Saison (hier sieht gerade alles herbstlich aus und überall liegen und fliegen bunte Blätter rum) sämtliche Backpacker versuchen ihre Gefährte loszuwerden. Die Hostels, Backpacker Carmarkets und das Internet sind voll mit Anzeigen. Wir haben natürlich auch wochenlang versucht mitzumischen. Leider genauso erfolglos wie 99% der Backpacker, sodass wir den „asking price“ unseres Vans schließlich halbiert haben. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie einem die Laune dabei vergeht!?
Dann haben wir auch noch auf einer geteerten Straße einen Hammerstein auf die Windschutzscheibe geschleudert bekommen, dass diese innerhalb von 10 Minuten einen 15 cm langen Riss hatte! Super, die tolle „Rundumversicherung“, die wir hier extra für den Van abgeschlossen hatten, hat dies natürlich nicht übernommen…
5 Tage bevor wir uns dann hier mit Jens getroffen haben, haben wir dann Sunrise RV aufgetan, die stellvertretend für einen Motorhomes verkaufen. Dort hätten wir unseren Van einfach abstellen können, einen Mindesterlöspreis für uns festlegen können und darauf hoffen müssen, dass das Mass der Abzocke im geringstmöglichen Rahmen bleibt. Denn bei unserem 1. Besuch dort, wurde uns ein akzeptabler Preis versprochen, beim 2. Besuch (weniger als 24. Stunden später!) hatte sich das Ganze aber schon auf die Hälfte reduziert und ist erst nach ein paar Diskussionen wieder auf ein erträgliches Maß hochgegangen.
Pokerfreudig, wie wir nun sind haben wir trotzdem am selben Abend den „Asking price“ für den Van im Internet wieder um 2,000 NZD hochgesetzt. Und siehe da, schon am nächsten Tag hatten wir einen Interessenten (Poppers). Und wie es der Zufall so wollte, kamen die beiden aus Wanaka, wo wir wenige Tage später mit Jens das geniale „Puzzing World“ Museum und das weltgrößte (wie sollte es auch anders sein?) Labyrinth besuchen wollten. Dort haben wir unseren Van vorgeführt, deren Mechanikerfreund hat den Wagen mit wissendem Blick begutachtet (ohne dabei in den Motor o.ä. zu schauen…) und beim 3. Besuch wurden dann auch schon die Räumlichkeiten ausgemessen, um evtl, neue Schränke reinzubauen…
Festlegen wollte man sich dann aber doch noch nicht und so sind wir wieder nach Christchurch gefahren um folgenden Plan einzuhalten:
Samstag 04. April: 10:30 Uhr neue Windschutzscheibe einsetzen lassen, um anschliessend die WOF (= Warrant of Fitness) zu bekommen
Samstag 04. April: 15:00 Van bei Sunrise RV angeben
Sonntag 05. April: 13: 00 Fank landet in CHC
Dienstag: 07. April: 11:00 Uhr Flug nach Tonga
Das hätte auch alles soweit gut geklappt, wenn daraufhin nicht folgender Schriftverkehr gefolgt wäre:
Friday, April 03, 2009 9:22 AM
We are very interested in purchasing your van but we do have some real reservations about it and these are making it very hard to come to a decision.
The “plus” side:-
We are very happy with the mechanical side of the van and the way it has been well looked after.
The low mileage is very good for a van of this age.
It is very nice to have met you and know that you are such nice young women whom we feel we can trust. (I hope you feel the same).
The “negative”side:-
Obviously, just before winter is not the ideal time to purchase a campervan as it is unlikely to be used much before next summer, so that is 7 months of insurance, registration etc.
It really is NOT properly fitted out for sale as a “campervan”. It’s really a van with a sink and a bed. The new squabs for the bed are good but the rest is not a professional fit-out - just unfinished plywood.
The utilization of the space is not maximized as they do in a professional fit-out. We have done much research and in a van of this size most campervans have much better cupboards, cook top, fridge, some even a microwave, plus comfortable seating at a table.
Because of this, we feel that your asking price is unrealistic.
On this basis, we would like to offer you what we feel is a realistic price of XYZ NZD ( = die Hälfte von dem was wir haben wollten!) which would be deposited into your bank account immediately.
Poppers
Friday, April 03, 2009 11:10 AM
Dear Poppers,
Since we get ABC NZD from Sunrise RV / Christchurch when we drop our van on Saturday there, we obviously won’t give the van away for lesser than that!
They are actually very keen to sell the van on our behalf, as they were positive with such a low mileage and the outstanding condition the van is in they will be able to sell the van within 2 weeks.
We have evaluated the Van at different RV places and at Turner’s Auction in Christchurch and they all said ABC NZD is a realistic price.
Concerning the fit out, Turner’s, Sunrise RV and the other places told us, that this should not be an obstacle for us in selling the van, because the important things: sink (with hot and cold water), proper upholstery and the electricity supply are all fitted. New cupboards etc. are only a so called “nice to have” but not a “must have” …
Hope that gives you another thought about this fantastic van!?
Josie & Ulli
Friday, 3 Apr 2009 12:30 AM
Hi again,
2 things I would query: - One is that it is very unlikely that Sunrise RV would get ABC NDZ for your van unless they did a LOT of work to the interior. One only has to look on the internet to see that much newer vehicles (2000 - 2003) are nowhere near that price.
Secondly, I would be very surprised if it sold in 2 weeks. It has been on Trade Me since February and has not sold. The market is flooded with 2nd hand campervans for sale at this time of year and buyers are not so keen to buy just before winter, especially in the tough economic times we are now in.
We agree that the van is in great condition and the low mileage is its best feature. With this in mind we can increase our offer to a maximum of “eine Frechheit mehr als das erste Angebot!”
If you are waiting for Sunrise RV to sell on your behalf, you could be waiting a long time for your money, whereas if you sell to us, the money would be in your bank account and earning interest from tomorrow.
Poppers
Friday, April 03, 2009 8:50 PM
Dear Poppers
we had a quick stop at Sunrise RV this afternoon and talked to the owner once more and nothing has changed for us. We just wanted to make sure that there is no hurry on both sides to sell the van (which absolutely isn’t) quickly.
Sunrise RV is still optimistic that the van will be sold quickly. Nevertheless they will try to sell the van on our behalf until it’s sold under the conditions (price) we agreed, even if it should take months…
Of course, it is a tempting offer to have the full amount on our account as soon as possible (in the case we would give the van to you), but please understand, that concerning the above mentioned conditions for us, we don’t want to give the van away for a price we do not feel comfortable with.
Especially after we have spoken to many different car dealers etc. who evaluated the van. The only reason the asking price for this kind of van is so low is of course the time of year and economic circumstances. But both circumstances are (hopefully) going to change and the value and the asking price of the van will definitely increase.
Nevertheless, should you change your mind, we are still happy to sell the van to you. Then, at least we know who is going to enjoy this great van.
And we certainly would like it to be you!
Please just let us know, before we drop off the van at 3 pm tomorrow, ok?
Josie & Ulli
PS: Please note that (only of course if you should still be interested) we need to make sure that following points are taken care of before we give away the van: we need to change the ownership, get a signed selling contract and at least a receipt saying that the full amount is transferred to our bank account.
Friday, 3 Apr 2009 22:40 PM
Hi Ulrike and Josie
We don’t want to give up on purchasing your van just yet as it would be ideal for our purposes and so easy for the transaction to take place as our son is in Christchurch. But the very most we can offer is immer noch viel zu wenig.
You say that the economic circumstances are going to change for the better, but in New Zealand we are only just beginning to feel the effects of what has been going on for some time already in America and Britain. It will be a long time before people here will feel confident enough to spend money on non-essential recreational items.
Our offer of immer noch viel zu wenig. payable by electronic transfer into your bank account tomorrow, (so you can see the receipt of the money) is not so far short of the ABC NZD you may have to wait months for, and this way you could leave the country and continue your travels with no worries in this regard, and know that your van will be going to a good home where it will be loved and enjoyed.
Please consider this offer seriously as we cannot financially extend ourselves further than this.
We can only be contacted up till 11.30am tomorrow morning as we then have to take our sick cat to the vet for an operation and will not be home before 2pm, which is a bit close to your 3pm deadline.
Best wishes
Poppers
Friday, April 03, 2009 11:44 PM
Hello again,
thanks for your email. Sorry to hear that your cat is sick…
To be absolutely honest, we are a little bit tired of negotiating about the price which is absolutely reasonable.
We told you the price Sunrise RV is giving us (no matter when we will receive this) and we already reduced the price and immer noch viel zu wenig would be not acceptable.
Nevertheless, the perspective for us to have the money straight onto our bank account makes it worth for us to offer you the van for einen unbedeutenden Hauch weniger, als wir eigentlich haben wollten, but this price is no further negotiable and we won’t go any further than that.
We seriously hope that we’ve come to an end now where we are all happy with!?
Josie & Ulli
PS: We really think, that at the end of the day, it would be sad to let this opportunity for you slip away… Since there is always a personal value of things as well, right?
Saturday, 04. Apr 2009 08:43 AM
Good morning Ulrike and Josie
It would be really good if we could come to a compromise. We have offered immer noch viel zu wenig. You have come back with einen unbedeutenden Hauch weniger, als wir eigentlich haben wollten.
If we can meet in the middle then your van could be sold today.
We will be at home until 11.30am when we have to take the cat to the vet to have an operation on a kidney tumour. We are able to communicate up to that time and after 1.30 or 2pm.
Poppers
Saturday, 04. Apr 2009 09:03 AM
Dear Poppers,
We have already come down ein paar NZD and can all feel comfortable with, right?
Please transfer the amount (=einen unbedeutenden Hauch weniger, als wir eigentlich haben wollten.) to my bank account:
All the best for your cat’s operation. Hope she will do fine.
Our windscreen appointment is at 10:30, so you can reach us after 10 am on our mobile.
Josie & Ulli
PS: We’re happy to hear that you finally made up your mind and would like to take this van!
Weiter ging es per Telefon:
Sms: 10:10:43
S will be home from work at about 11:20 am. We will ring u to discuss the van then. T
Der Anruf kam genau zu dem Zeitpunkt, als der Wagen eine neue Windschutzscheibe bekommen hat. Im Telefonat wurde nochmal versucht der Preis zu drücken, aber schließlich konnten wir uns auf einen unbedeutenden Hauch weniger, als wir eigentlich haben wollten einigen. Allerdings sollten wir noch ein Wheel Allignment vornehmen (das nichtmal den Frühstückspreis in deren B&B für eine Nacht abdeckt!!!) … Wir haben ihn mit „mal schauen, ob das am Samstag um die Uhrzeit überhaupt noch geht“ abgewürgt.
Wenig später kam die sms:
Sms: 12:41:14
Wheel alignment? I will try to arrange pick up for today. Or a drop off address.
Unsere Antwort:
Sie können gerne die Cents, die im absoluten Unverhältnis zum Gesamtverkaufspreis stehen, abziehen.
Sms: 13:12:50
Ok. Please fax contract. We will sign and return.
Sollte alles doch noch gut werden? Der unterschriebene Vertrag kam dann leider erstmal nicht, sondern der Anruf, dass die Katze nun überraschend gestorben wäre und somit der weitere Ablauf sich der Trauerstimmung entsprechend anpassen würde…
Unsere Antwort:
Ok, solange alles bis 3 Uhr über die Bühne geht und wir nicht unseren alternativen drop off Termin bei Sunrise RV verpassen.
Sms: 14:27:55
Please allow us an hour. We must bury our cat. I will send fax in about an hour. Thanks.
Hier kam dann das Gefühl auf, dass der Katzentod nun eine weitere Taktik ist, damit wir unseren 3 Uhr Termin verpassen.
Dann folgten noch ein paar Telefonate, wo die Katze mindestens genauso thematisiert wurde wie das Auto…
Das Ende der Geschichte:
das Fax kam, der Sohn auch (um den Wagen abzuholen) und vor allem auch das Geld (und zwar genau 2 Stunden vor unserem Abflug!).
Nach diesen nervenaufreibenden Tagen, kann man wohl verstehen, wie reif wir für die Insel sind, oder?






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