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  • 25Mär
    Tamil Nadu Comments Off

    Mamallapuram & Chennai
    Unglaublich, da dachten wir wirklich, dass uns nach fast 6 Monaten in diesem Land nichts mehr so richtig schocken kann und dann erleben wir das doch noch in Chennai kurz vor unserer Abreise!! Echt heftig!

    Und es ist schon komisch hier in Tamil Nadu ständig den Ozean vor Augen zu haben, aber dann weder am Strand liegen zu können noch ins Wasser gehen zu können! Es ist hier alles sehr dreckig, weil einfach immer zu viele Menschen einfach die große Ozean-Toilette benutzen…Oft genug geschah dies auch, wenn wir gerade direkt daneben saßen oder entlanggingen.

    In Mamallapuram war dann der Strand voll von Puma-Fischerbooten, die hier aufgrund der katastrophalen Schäden des 2004/2005 Tsunamis von Puma gesponsort worden…

    Während unserer Zeit da haben wir anscheinend gerade die ersten Vorboten der Monsoon-Zeit erlebt! Es regnete wie aus Eimern. Gerade in Chennai (von wo aus wir dann auch nach SIN geflogen sind) war es noch mal so schlimm, dass wir nach 1,5 Tagen die einzige Retour während unseres ganzen Indien Aufenthaltes machen mussten, und wieder ein paar Stunden gen Süden gefahren sind.

    Durch die monsoonartigen Regenfälle ist in Chennai die Kanalisation übergelaufen, so dass die ganze Scheiße von 4 (!!!) Millionen Menschen durch die Abwasserrinnen wieder auf die Straßen gelaufen ist. Das kann man sich nicht vorstellen.

    Zu dem wirklich nicht in Worte zu fassenden Gestank kam dann auch noch, dass die Stadt ein einziger Slum war. Die Leute bzw. deren Schlafvorrichtungen haben die Straßen gesäumt und die Leute haben unter Plastiktüten Ihre Neugeborenen Babys auf einem Stück Pappe direkt neben die Fahrbahn gelegt, dass wir beim Aussteigen aus der Rikshaw fast auf kleine liegende Babys getreten wären. Der absolute Horror!!

    Das fühlt sich schon komisch an, wenn man bedenkt, dass wir in wenigen Tagen einfach raus ins saubere und ordentliche Singapur fliegen und ein Großteil der indischen Milliarde wahrscheinlich nie aus diesem Dreck rauskommen kann…

    Straßenszene in Chennai / Madras

    Straßenszene in Chennai / Madras

    Straßenszene in Chennai / Madras

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  • 19Mär

    Matrimandir in AurovillePondicherry und der Beinschmuggel
    Auf unserer Fahrt nach Pondicherry (einer französischen Enklave – in der wir uns nur schwer daran gewöhnen konnten auf einmal französisch sprechende Inder um uns zu haben) haben wir dann ganz was Verrücktes erlebt:

    Auf einmal hat der Bus in dem wir nun schon einige Stunden durch die Gegend geschaukelt sind angehalten und es sind ein paar Männer in den Bus gestürmt (unter anderem ein Polizist) und haben wie wild auf den Fahrer eingebrüllt!

    Aus anscheinend gruppendynamischem Instinkt, haben sofort die restlichen Passagiere mitgebrüllt, sodass die ganze Situation äußerst ansgteinflößend wurde! Wir dachten jeden Moment durchs Fenster ins Freihe fliehen zu müssen, aber dann hat sich der Busfahrer hingegeben und ist mit dem Polizisten und den anderen Männern weggegangen!

    Die Frau die neben uns saß (die einzige die überhaupt 1 Wort englisch gesprochen hat), hat dann zu uns gesagt “One leg is missing!” , als wir wissen wollten, was das Problem sei!! (…)

    Wir haben dann noch xmal nachgefragt, wessen Bein das sein sollte und wo das Bein war, da sagt sie nur “One suitcase missing!” Wir haben anscheinend immer verwunderter dreingeschaut, denn schließlich kam sie mit der Erklärung und flüstert uns, nachdem sie sich absichernd umgeschaut hat, dass auch niemand mithört, “Smuggling!” zu!!!

    ???

    Aha, dann hat also jemand ein Bein in einem Koffer geschmuggelt und der ist jetzt verschwunden!!!

    Verdammt, und was kann der Busfahrer dazu? Hat er das Bein etwa geschmuggelt ??? Wir haben leider keine weiteren Informationen aus einem der Mitreisenden rausbekommen. Nach ca. 15 min kam dann der Busfahrer zurück und er war zum Glück unversehrt und die Fahrt setze sich fort als wäre nichts passiert! Später kam dann der Fahrkartenkontrolleur rum und wollte Unterschriften für den Busfahrer sammeln! Aber auch er konnte uns nur den Block hinhalten und auf den Fahrer zeigen!

    Da kann man doch nur noch mit dem Kopf schütteln, oder? Wo erlebt man bitte sonst noch eine Busfahrt, wo einem ein Koffer mit einem geschmuggelten Bein abhanden kommt???

    Auroville - „Stadt der Morgenröte“
    Von Pondicherry haben wir einen interessanten Moped-Ausflug nach Auroville, etwa 12 Kilometer entfernt, gemacht.
    In der “internationalen Gemeinschaft von Auroville” leben derzeit über 1.800 Einwohner aus 38 verschiedenen Nationen. Dabei stellen die größten Bevölkerungsanteile die Inder (>700), die Franzosen (ca.300) und die Deutschen (>200).

    Nach 1945 konzipierten der indische Politiker, Philosoph, Hindu-Mystiker, Yogi und Guru Sri Aurobindo und seine spirituelle Partnerin Mira Alfassa (bekannt als The Mother / Die Mutter) Pläne für das Modell Aurovilles. Leider verstarb Sri Aurobindo vorzeitig und somit führte „The Mother“ dieses Vorhaben alleine weiter.

    Die in Paris geborene Mirra Alfassa war übrigens der erste Mensch aus dem Westen, der in Indien als Guru verehrt wurde. Respekt!
    Gemeinsam mit der indischen Regierung wurde das Konzept „einer universellen Stadt“ auch der UNO präsentiert. 1966 beschloss die UNESCO schließlich eine Resolution, in der die Anerkennung und die Unterstützung des Projektes erklärt wird.

    Auroville soll einen Platz auf Erden darstellen, der keinem Staat und keiner Regierung verpflichtet ist. Alle gutgesinnten Menschen sollen in ihr einen Platz finden, wo sie ein Leben in geistiger Freiheit, Frieden und Harmonie und der bewussten Selbstentwicklung als freie Weltenbürger leben können.

    Die Eröffnungs- und Einweihungszeremonie am 28. Februar 1968 wurde vom indischen Präsidenten und Repräsentanten aus 124 Nationen und 23 Indischen Staaten begleitet, die, um das „universelle“ bzw. „planetare Eigentum“ zu symbolisieren, Erde aus ihren Heimatländern brachten und im Zentrum der Stadt in eine eigens dort für diesen Zweck errichtete, einfache Urne aus weißem Marmor gaben und versiegelten. Rund um die Urne entstand der Versammlungsplatz für die Stadtgemeinschaft und direkt daneben der Matrimandir (ind. Tempel der Mutter).

    In dieser Meditationshalle, befindet sich übrigens der größte Kristall der Welt mit 70 cm Durchmesser. Sonnenstrahlen werden durch Spiegel gebündelt und in die Mitte dieses Kristalls gelenkt. Fast so wie in unserem Bundestag ;-))

    Die Charta Aurovilles
    Anlässlich dieser Gründungsfeierlichkeiten verlas *Mira Alfassa die 4-Punkte-Gründungsurkunde Aurovilles, die ihre Vision von Integralem Leben und Zusammenleben dokumentiert:

    1. Auroville gehört niemandem im besonderen. Auroville gehört der ganzen Menschheit. Aber um in Auroville zu leben, muss man bereit sein, dem Göttlichen Bewusstsein zu dienen.
    2. Auroville wird der Ort einer Erziehung ohne Ende, ständigen Fortschritts und einer Jugend sein, die niemals altert.
    3. Auroville möchte die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft sein. Durch Nutzung aller äußeren und inneren Entdeckungen wird Auroville zukünftigen Verwirklichungen kühn entgegenschreiten.
    4. Auroville wird der Platz materieller und spiritueller Forschung für eine lebendige Verkörperung einer wirklichen menschlichen Einheit sein.



    Stadtanlage
    Die Stadt Auroville ist in ihrer Form einer Spiralgalaxie nachempfunden. In ihrer Mitte steht das spirituelle Zentrum, das “Matrimandir” und die vier Stadtsektoren, jeweils mit einem Nutzungsschwerpunkt – Kultur, Internationalität, Industrie und Wohnbereich – erstrecken sich davon strahlenförmig über eine Fläche von 25 km², wovon bis jetzt (Stand: 2006) erst 10 km² verwirklicht wurden.

    Das Projekt selbst befindet sich noch im Stadium einer Experimentalstadt. Es stellt den kollektiven Versuch der Realisierung einer Stadtutopie dar, mit neuen Wohn- und Lebensbedingungen zu experimentieren. Darüber hinaus werden andere Formen des sozialen Zusammenlebens durch größere Gemeinschaften (communities) entwickelt. Verschiedene Projekte forcieren die Nutzung alternativer Energiequellen. Zudem wird seit einigen Jahrzehnten wegen der gebietsweise starken Erosion ein für Indien vorbildliches Wiederaufforstungsprogramm durchgeführt.

    Das Leben in Auroville
    Da wir ja nicht gerade von der „Leben-im-Ashram-Sorte“ sind, waren wir glücklich von Hänki doch einige Insider-Infos über das Leben in Auroville zu bekommen:
    „Es gibt mindestens an drei zentralen Orten Kurse rund um Heilung und Tanzen (von den verschiedendsten Formen des Yoga, Caipoera, Pilates, Tai Chi bis hin zum afrikanischer Fitnesstanz bzw. Schwitztanz), Schwimmbecken, westliche Restaurants und Cafés, Läden um Produkte von und über Auroville zu kaufen, ein Stückchen Strand, Einführungsprogramme über Auroville (was ist das überhaupt und wieso leben hier über 1000 Menschen weitweg von der Heimat…), Kommunikationsworkshops usw.

    Problem ist nur, dass der ganze Ort sich auf eine Fläche von ca 50 km erstreckt und man muss einige Kilometer von a nach b fahren, durch den Wald und über sandige Wege, indem man sich ein Fahrrad oder Moped ausleiht.

    Ich habe einen Kurs über Kommunikation mit Pferden mitgemacht und jetzt habe ich wieder Ideen und Visionen für zu hause. Das war richtig gute Arbeit und völlig anders als die schreienden, peitschenden und hackenden Reiter in deutschen Reitställen wie ichs früher erlebt habe und schnell geflüchtet bin aus Mitleid zu den Vierbeinern. Verbunden haben wir das alles mit Prinzipien aus dem Kun Fu und dem Chi Gong! (…)“

    Quelle: Für unsere „Recherchen“ haben wir hier auf wikipedia zugegriffen.

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  • 15Mär

    Der Tempelelefant von TanjavurDas anderen Universum der meterhohen Phallussymbole

    Tamil Nadu
    Nachdem uns Kerala, Indiens reichster Staat, in vielen Belangen ziemlich verwöhnt hat, wurde uns in Tamil Nadi wieder ein ganz anderes Bild von Indien gezeigt: ohne Ende Dreck, Lärm und Gestank…

    Hier im Süden Indiens haben wir auch diverse Frauen mit kurzen Haaren (was sie eigentlich nur tragen, wenn der Mann kürzlich verstorben ist) und diverse Männer und Kinder mit Glatze gesehen. Die kamen wahrscheinlich gerade frisch vom heiligsten Hindutempel in Tirumala.

    Kanyakumarin
    Zunächst haben wir uns die allersüdlichste Spitze Indiens, Kanyakumarin, die zeitgleich ein Pilgerort für Hindus darstellt, angeschaut. Von dort aus sind wir dann nach Madurai gefahren.

    Fahrt nach Madurai
    Auf dieser Fahrt hat eine Frau im Bus versucht meine Sonnenbrille zu klauen (die mit Stärke). Ich versuchte ihr zu erklären, dass sie eh nicht da durch gucken kann und fragte sie höflich ob ich die Brille wiederhaben kann (die Brille lag in einer Tüte auf Ihrem Sitz und nachdem wir unsere großen Rucksäcke abgesetzt hatten, war die Brille auf einmal verschwunden….)

    Nachdem Sie auf meine höflichen Aufforderungen nicht eingegangen ist, hab ich gesagt, dass es reicht und sie jetzt bitte die Brille wieder aus Ihrer Tasche holen soll… (mein Ton war immer noch freundlich und leise), da fing auf einmal die Frau daneben an auf mich einzubrüllen!!! So, dass der ganze Bus mich bitterböse anguckt, wie ich denn darauf komme diese arme unschuldige Frau als Diebin darzustellen.

    Dann schaltete sich der Ticketverkäufer noch ein und die Frau brüllte ohne Ende weiter! Wie auch immer es dann dazu kam, vielleicht aus Hilflosigkeit oder Verzweiflung (?) jedenfalls haben Phine und ich aus Reflex einfach schnell in die Tasche der Frau gegriffen und was ziehen wir zum Glück gleich treffsicher da raus?? Meine Brille!!

    Dann hielt ich die Brille in die Höhe, damit alle böse guckenden Menschen das sehen und mit einem Male war wieder Ruhe im Bus!!! Ha, jetzt hatte ich das Mitgefühl unserer Mitreisenden auf meiner Seite…

    Verrückte Szene und ich bin nur froh, dass die Brille nicht abhanden gekommen ist!

    Tempel in Madurai mit Schneidereibetrieb
    In Madurai haben wir dann im tempelangeschlossenen Schneidereibetrieb zwei Hosen in Auftrag gegeben haben. Wir haben dem Schneider eine kurze Hose als Muster dagelassen und er hat zwei 1a Kopien mit besseren Materialien und besserer Verarbeitung für einen Bruchteil des Preises der „Ursprungshose“ angefertigt!!

    Die sehen echt super aus und wir sind so glücklich, dass wir nun endlich wissen, wie wir hier in Asien an neue Klamotten rankommen können, denn in den regulären Läden gibt es nur Klamotten für die Bevölkerung hier und es ist schon deprimierend, wenn uns die XXL T-Shirts nicht mal passen…

    Tanjavur
    Da Nicht-Hindus leider keinen Zutritt zu den „eigentlichen“ Tempelgemäuern haben, wussten wir nie so richtig, welche Geheimriten hier evtl. vollzogen werden.

    In Tanjavur hatten wir dann überraschenderweise dann doch Zutritt in ein solches Tempelgemäuer!

    Das war echt eine verrückte Sache: zunächst war der Tempel verschlossen und dann püntklich um viertel vor 4 (das alleine ist schon komisch, da indische Zeitangaben normalerweise so ablaufen ” ..before 4 o’clock… oder after 3 o’clock…) wurde die riesige Tempeleinganztür aufgemacht.

    Dann standen wir mitten im Gedrängel mit 100 anderen schwitzenden Menschen und wurden einen langen, dunklen Tunnelgang entlang geschoben. Und am Ende des Tunnels standen die Tempelhüter (4 halbnackte Inder in orangene Lendenschürze gewickelt), die Bananen und Blumen als Opfergaben verkauft haben!!

    Und das Nächste was wir sehen ist, dass alle Menschen der Reihe nach ehrwürdig vor einem 2-3 Meter hohen schwarzen Riesenphallus in Gebetsgebrummel verfallen!!!

    Wirklich wahr, hier sieht man in den Tempeln und Orten immer als heiligste Stätte einen riesen Phallus, der immer von Nandi, einer Kuh (ebenfalls aus Stein) bewacht wird… (Dieser Phallus ist eine Verkörperung des Gottes Shiva.)
    Uns kommt die Reise auch nach mehreren Monaten oft genug noch vor, als wären wir hier in einem anderen Universum gelandet!!!

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  • 02Mär

    Balsam für die Seele

    Im Sarovaram Resort (wo Heiko eine 6 Wochenkur gemacht hat) bekommen wir dann doch einen nicht ganz so wissenschaftlichen Zugang zum Ayurveda, sondern eine ölige Ganzkörpermassage. Und die war einfach nur schön!

    Im Resort gibt es für alle „Patienten“ eine individuelle Diät und wir haben natürlich etwas nachgeforscht, warum das so ist. Teil des Ayurveda ist eine spezielle Ernährungslehre, bei der ebenfalls die Doshas eine wichtige Rolle spielen. Es gibt daher für jeden Konstitutionstyp andere Ernährungsempfehlungen.

    Allgemeine Empfehlungen, die für alle gelten, sind:

    • nur bei Hunger essen
    • keine Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen
    • die Hauptmahlzeit mittags einnehmen
    • die in unruhiger Gemütsverfassung essen
    • mindestens drei Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einlegen
    • sich nicht völlig satt essen
    • frische Lebensmittel essen
    • Wasser (auch erwärmtes) und Kräutertee trinken
    • alle fünf Geschmacksrichtungen sollten in jeder Mahlzeit enthalten sein


    Nahrung wird im Ayurveda als Information für die Doshas angesehen. Im Idealfall werden diese Informationen in Ojas umgewandelt, eine immaterielle feinstoffliche Substanz, die auch bei positiven Erlebnissen entsteht, so die Lehre. Ojas stärkt danach die Abwehrkräfte des Körpers und verbindet Körper und Geist.

    Voraussetzung für die Bildung von Ojas ist jedoch ein gutes „Verdauungsfeuer“, Agni genannt. Dieses wird unter anderem beeinflusst durch die Qualität der Nahrungsmittel. Agni-Störungen äußern sich als Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen oder Heißhunger. Eine schlechte Verdauung erzeugt Mala (was man mit „Rückstände“ übersetzen kann) und Ama („Giftstoffe“), das sich angeblich im Körper ansammelt. Dadurch werde der Stoffwechsel beeinträchtigt. Aber auch auf der seelischen Ebene könnten durch „unverdaute“ Ereignisse und Probleme Mala und Ama entstehen.

    Nahrungsmittel werden grundsätzlich in 3 Klassen (Gunas) unterteilt:

    • Sattva-Guna: Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Getreide, Früchte und Gemüse sind süß und saftig sowie ölig. Sie verlängern angeblich die Lebensdauer und steigern die Zufriedenheit.
    • Rajo-Guna: Zu bittere, sauere, salzige, scharfe, heiße oder trockene Nahrungsmittel erhitzen der Lehre zufolge Körper und Psyche durch Überstimulation und verursachen Aggressionen. U. a. zählen hierzu Chili, Zwiebel und Knoblauch.
    • Tamo-Guna: Fleisch, Fisch und Geflügel entziehen dem Körper bei der Verdauung angeblich viel Energie und könnten Schmerzen sowie ein schlechtes Karma und Krankheiten verursachen.


    Eine ausgewogene Ernährung im Sinne von Ayurveda wird als sattvisch bezeichnet. Empfohlen werden generell gekochte Milch, Reis, Ghee, Sesam, Obst und Süßspeisen. Möglichst vermieden werden sollen Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Honig (wegen schlechter Verdaulichkeit), Konserven, Tiefkühlkost sowie fette Speisen. Die ayurvedische Ernährung ist also weitgehend vegetarisch. Alkohol, Kaffee, Getränke mit Kohlensäure und Kakao werden abgelehnt.


    Darüber hinaus gibt es spezielle Empfehlungen für die einzelnen Dosha-Typen:

    • Vata-Typen neigen angeblich zu Verdauungsstörungen und sollen daher gekochte und leicht verdauliche Kost bevorzugen. Die Mahlzeiten sollten warm sein und etwas Fett enthalten. Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind salzig, sauer und süß.
    • Pitta-Typen haben laut Ayurveda ein starkes „Verdauungsfeuer“; sie können kalte und warme Speisen zu sich nehmen, von mittelschwerer Konsistenz. Ihre Geschmacksrichtungen sind bitter, süß und herb.
    • Kapha-Typen sollten nur mäßig gegarte warme Speisen essen, viel frisches Obst und Gemüse. Die Geschmacksrichtungen sind scharf, bitter und herb.
    • Für Kinder wird die Ernährung der Kapha-Typen empfohlen.


    Als Heiko und noch eine andere deutsche Frau die gesamte Resort-Crew und uns zum Gaumenschmaus mit 4 Kilo Tigerprawns (!!!!) Fisch und anderen Leckereien eigeladen haben, haben allerdings alle diese Völlereiparty in vollstem Maße genossen. Das ganze gesunde Essen und das Drumherum wurden gut und gerne für einen ganzen Abend lang vergessen. Sehr zu unserer Freude!

    Quelle: Für unsere „Recherchen“ haben wir hier auf wikipedia zugegriffen.

    Sarovaram Resort

    Ayurvedische Ölmassage im Sarovaram Resort

    Sarovaram Resort

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  • 20Feb
    Kerala Comments Off

    Das kleine Fischermädchen

    Amma & die Backwaters
    In Kerala haben wir natürlich auch ausgiebigst die Backwaters mit diversen lokalen Fähren und Kanus erkundet! Die Landschaft ist einfach irre schön.

    Bei einer Fährfahrt von Allepey nach Kollam konnte man dann direkt beim Ashram von Amma in dem kleinen Fischerdörfchen Amritapuri aussteigen!

    Hier ist sie am 27. September 1953 als Mata Amritanandamayi, Tochter einer armen Fischerfamilie geboren. Inzwischen steht hier einer der größten Ashrams Indiens mit 3000 Schlafplätzen und Mata Amritanandamayi, eine der größten und bedeutendsten indischen Gurus, hat in der ganzen Welt eine große Anhängerschaft, von der sie liebevoll Amma bzw. Ammachi (Malayalam/Tamil: Mutter) genannt wird.

    Leider haben wir sie nicht persönlich angetroffen, da sie wie den Großteil des Jahres mal wieder auf Tour war. Wir denken aber trotzdem einen kleinen Einblick in ihre Persönlichkeit und Ihr Schaffen hier bekommen zu haben.

    Ihr Leben
    Im September 1975 hatte sie ihren ersten Krishna-Bhava (Verkörperung oder Verschmelzung mit der Gottheit). Dies löste erhebliche Unruhe in ihrer Umgebung aus. Viele Menschen wollten sie sehen und begannen sie zu verehren. Bei ihrer Familie und einem Teil ihrer Umgebung stieß sie mit ihrem Verhalten jedoch auf Unverständnis und Ablehnung. Im März 1977 durchlief sie eine Phase des Fastens und starker religiöser Hingabe, während der sie Visionen hatte. Während dieser Phase konnte sie sich kaum selbst versorgen, weshalb sich Frauen aus dem Dorf um sie kümmerten.

    Ende 1979 bildete sich der Kern eines nicht-offiziellen Ashrams um Amma und am 6. Mai 1981 wurde dann unter dem offiziellen Namen Mata Amritanandamayi Math ein Ashram gegründet. Die Inder halten Sie für eine Göttin.

    Die Umarmung
    Ammas Markenzeichen sind sogenannte „Darshans“ (= das offizielle Treffen von Schüler und Meister, bei dem der Schüler vom Meister geladen wurde), bei denen sie jeden, der das wünscht, umarmt. Inzwischen reist sie 8 Monate im Jahr rum, schläft im Durchschnitt 3-4 Std am Tag und umarmt seit 1987 über 25 Jahren Millionen von Menschen und tröstet sie. Zu so einem Event kommen dann teilweise 50.000 Leute, die in einer einzigen Nacht umarmt werden und Amma umarmt so lange, bis auch auch der Letzte sein Umarmung erhalten hat.
    Wir haben in Südindien diverse Menschen getroffen, die uns mit strahlenden Augen von ihren Begegnungen mit Amma erzählten…

    Ihre Lehre
    Das wirklich Neue bei Amma sind die Umarmungen, die ohne Vorbild und Vorläufer sind. “Amma umarmt alle Menschen ohne Unterschied und liebkost, sie als ob sie kleine Kinder wären. Ihr Verhalten würde überall auf der Welt ungewöhnlich wirken – in der indischen Kastengesellschaft mit ihren Reinheits- und Meidungsregeln, ihren ausgeprägten Berührungsängsten, wirkt es revolutionär.“

    Ganz wichtig ist für sie also die liebende Hingabe an Gott sowie eine universelle Liebe zwischen den Menschen.

    Die Anhänger von Amma werden nicht aufgefordert, ihre angestammte Religion zu verlassen.

    Ihr Wirken
    Und das faszinierende ist, dass Amma, die ihren eigentlichen Auftrag im Geben von Liebe und Anerkennung sieht unglaubliche Summen von Spendengeldern bekommt. Und 90% ihrer Spendengelder, die sie dann wiederum für wohltätige Zwecke in Indien einsetzt bekommt sie selber von der indischen Bevölkerung.
    Somit können von den Spenden der teilweise reichen indischen Mittelschicht, die sich bei Amma Bestätigung, Liebe und Anerkennung in Form eines “hug” abholen, 1000de von Häusern, Schulen, Kindergärten und andere Sachen für die arme Bevölkerung finanziert werden…

    Zu Ihren karitativen Projekten zählen:
    - ein Häuserbauprojekt, bei dem kostenlose Unterkünfte für obdachlose Familien gebaut werden. Bisher sind 36.000 Häuser errichtet worden
    - ein Waisenhaus für knapp 500 Kinder
    - in Kochin wird ein Krankenhaus mit 1.300 Betten, das Armen kostenlose medizinische Behandlung bietet, sowie eine medizinische Hochschule und Forschungslabors von ihr unterhalten
    - die staatlich anerkannte “Amrita University” ermöglicht mittellosen Studenten das Studium
    - ein Projekt, das armen Witwen und Invaliden eine kleine Rente sichert
    - Katastrophenhilfen (Tsunami – wobei ihre Spende von 22 Mio USD die größte gespendete Summe von einer Einzelperson darstellte!, Erdbeben in Gujarat, Hurricane Katrina)
    - Altenpflegeheime und ein Projekt, das Bedürftigen Rechtsbeistand bietet
    - das Umweltschutzprojekt “GreenFriends”, dass das Umweltbewusstsein in Indien fördern will, Wälder wieder aufforstet und bestehende Wälder zu schützen sucht
    - Augrund der harten Konditionen vor allem in Maharasthra (aber auch in anderen indischen Staaten) bringen sich immer mehr Bauern wegen ihrer hoffnungslosen Verschuldung um. Mata Amritanandamayi Math unterstützt die Angehörigen: 30.000 Kinder erhalten Schulgeld, Kleider und Essen und 5.000 Frauen eine Ausbildung bezahlt, damit sie in der Baumwollindustrie arbeiten können
    - desweiteren werden Darlehen für die Eröffnung eines eigenen Geschäfts vergeben

    Unsere heutige Lektion:
    Amma, die sogar bei der UN eine sogenannte Berater-Funktion innehält hat auf der UN Versammlung in ihrer Millenium Ansprache in etwa folgendes gesagt:
    „Es gibt 2 Arten von Armut:

    - das Fehlen von materiellen Dingen (Essen, Häusern, Bekleidung etc.) und
    - das Fehlen von immateriellen Dingen (Anerkennung, Bestätigung, Liebe & Achtung).

    Und solange wir uns nicht um das 2. Problem kümmern und alle “Joy und Happiness” in ihrem Herzen haben, brauchen wir uns nicht um die Beseitigung von der ersten Art der Armut kümmern. Weil niemand wirklich reich sein kann, wenn es an Anerkennung, Liebe, Bestätigung und Achtung mangelt.“

    Und dieses Mitgefühl, selbstlose Geben und dieses Streben nach diesem immatierellen Glück ist in Indien wirklich ganz groß und wird auf die aller verschiedendsten Arten versucht zu erreichen. Selbst unser armer Taxifahrer, der uns in der Shekawati-Region rumgefahren hat, war in seinem Herzen reich genug, um uns zum Essen einzuladen, obwohl er selber täglich zusehen muss, wie er seine ganze Familie ernähren kann…

    Quelle: Für unsere „Recherchen“ haben wir hier auf wikipedia zugegriffen.

    Hausboot in den Backwaters

    Amma-Ashram in den Backwaters

    Ein Mittagessen auf dem Bananenblatt

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  • 20Feb

    Kerala - God’s own Country

    Es ist unbeschreiblich, alle Aspekte, die zum Rundumwohlfühlen einer Reise zählen, sind hier in Kerala gegeben. Und „on top“ gibt es GROSSARTIGES Essen mit jeder Menge exotischer Früchte…

    Wir kennen die ganzen Früchte und Gerichte zwar selten mit Namen, aber alles ist eine reine Geschmacksexplosion und nicht ein einziges Gericht hat uns enttäuscht!

    Wir haben größtenteils in Kerala in Resorts oder Homestays gewohnt, wo das Essen inklusive ist (weil die immer irgendwo in der Natur liegen und da keine Restaurants sind). Herrlich! Es gibt Puttu (einen Steamcake aus Reismehl und Kokosnuss mit roten Bananen!), Eyappam (ein Art Pfannkuchen im Bananenblatt gekocht oder so, der mit Kokosnuss und leckeren Gewürzen gefüllt ist!) Green Gram (eine Baumwurzel, die eine Kartoffelartige Konsistenz hat und in einer schleimigen Soße/Curry gereicht wird…

    Dadurch, dass man halt jede Mahlzeit mit den anderen Gästen zusammen einnimmt, kommt man ganz automatisch viel intensiver ins Gespräch und wir lernten alle paar Tage wieder neue großartige und interessante Menschen kennen!

    Somit leben wir mehr denn je einfach in den Tag hinein, weil durch die ganzen Gespräche mit anderen Reisenden sich immer wieder neue Optionen eröffnen. So sind wir zB ein paar Tage mit Mr Hokkaido und Mohan (amerikanischer Inder, der seit ein paar Jahren als Anwalt in Japan lebt und arbeitet) zusammen gereist…

    Spannend für uns war, dass Mr Hokkaido auffällig viele Dinge gemacht hat, die uns verwundern ließen und Mohan diese uns dann immer erklären konnte: so zB als Mr Hokkaido wie ein Bessesener durch den Wald gesprungen ist und wie verrückt Fotos von den Bäumen geschossen hat. Natürlich hat Mohan dann auch welche von ihm zusammen mit den Bäumen gemacht etc. Als Erklärung erfuhren wir dann, dass es in Japan nur monokultur Wälder gibt und es für Mr Hokkaido der erste Wald war, den er mit einer solchen vielfältigen Vegetation gesehen hat und diese Eindrücke wollte er natürlich auch mit seinen Daheimgebliebenen teilen…

    Wilde Elefanten
    In Munnar bei den Teeplantagen haben wir dann einen Ausflug quer durch den Dschungel zu einem Dorf gemacht, wo regelmäßig wildlebende Elefanten zum Trinken an den angrenzenden Bach kommen.

    Wildlebende Elefanten in einem Indien, das wir schon beim Besuch im Konsulat in Hamburg als absolut überbevölkert empfunden haben, mussten wir mit eigenen Augen sehen, um das zu glauben. Als wir dann auch noch in diesem Dorf, wo gerade 40 Menschen sich lautstark bei einem Cricket Spiel vergnügten, ankamen, schwand unsere Hoffnung auf dieses einzigartige Erlebnis der „Wilden Elefanten“… Wir haben also beim Cricket zugeschaut und plötzlich ertönte ein Geräusch aus dem Wald, dass diesen Wahnsinns-Geräuschpegel noch übertraf. Und innerhalb weniger Sekunden war das gesamte Cricketfeld leer und alle Zuschauer haben sich an einer Seite erwartungsvoll auf den Wald blickend versammelt… Und auf einmal, wie auf einer „Show-Bühne“ wackeln langsam 11 Elefantenkühe und ein kleines Baby auf den Bach zu und trinken und planschen in dem Wasser… Unbeschreiblich und wieder einmal zeigt es uns, dass in Indien alles möglich ist!

    Kathakali
    Eine weitere ganz tolle Sache, die wir in Kerala angetroffen haben ist das Kathakali (malayalam: katha bedeutet “Geschichte”, kali bedeutet „Darbietung“ oder „Schauspiel“), eine expressive Form des indischen Tanzes oder Tanzdramas.

    Kathakali ist eine harmonische Kombination aus 5 Teilbereichen der Kunst: Literatur, Musik, Malerei, Schauspiel, Tanz. Charaktere mit lebendig bemalten Gesichtern und aufwändigen Kostümen erzählen Geschichten aus der hinduistischen Mythologie des Ramayana.

    Die Künstler werden zunächst äußerst aufwendig geschminkt und kostümiert. Der Verlauf der vorgetragenen Geschichte wird weniger durch Bewegungen der Körper, als vielmehr durch Gesten der Hände (Mudras) und vor allem der Gesichter bzw. der Augen erzählt. Die Küstler beherrschen hunderte verschiedener Ausdrucksvarianten. Begleitet wird das Spektakel durch Trommelrhythmen und traditionellem Gesang. In den Bollywoodfilmen findet man sogar viele der bekanntesten Gesten wieder und sie sind den indischen Zuschauern wohlbekannt.

    Wir haben diese Art der „Abendunterhaltung“, sowie das traumhafte Essen, die herrliche Landschaft und die vielen tollen Begegungen SEHR genossen.

    Kathakali in Fort Cochin

    Unsere Hütte in Kannur

    Theyam in Kannur

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  • 11Feb
    Karnataka Comments Off

    Commitment
    Ein weiteres Thema, das unweigerlich in Indien stets präsent ist, ist dieses Gefühl „helfen zu wollen“, irgendeinen „guten Beitrag zu bringen“ bzw. irgendwie Verantwortung zu übernehmen.

    Und da wir der Überzeugung sind bzw. dies auch noch einmal bei unserem Besuch im Amma-Ashram uns verdeutlicht wurde, dass man KEINEN guten Beitrag gibt, wenn man unbedacht „in der Gegend willkürlich kleine Almosen verteilt“, versuchen wir zunächst auf andere Weise bzw. in Form von immateriellen Dingen, wie Respekt, Anerkennung und Achtung etwas an unsere Mitmenschen weiter zugeben.

    Im Zug nach Mysore hatten wir dann unsere eigene kleine Begegnung mit diesem Thema:

    Zum Glück kam der Zug recht leer an und wir bekamen noch 2 Sitzplätze auf einer dieser gegenüberliegenden Holzbänken. Nach und nach füllte sich dann der Zug und wurde immer voller. Alle rutschten also immer enger zusammen, damit immer mehr Leute sitzen konnten. Allerdings wurde der Abstand zu uns immer noch recht groß gehalten. Es ist schwer hierfür die richtigen Worte zu finden, aber irgendwie scheint bei den Indern eine Art „erhöhter Grundrespekt“ gegenüber „Westerners“ vorzuliegen, so dass wir ohne je danach gefragt zu haben, meistens in irgendeiner Art und weise „priviligiert“ behandelt wurden…
    Also, um uns herum wurde immer enger zusammen gerückt, nur einer muslimischen Familie wurde kein Platz gemacht. Da diese Platzverweigerung entweder wortlos oder in einer Sprache abging, die wir nicht verstehen konnten, haben wir also spontan in das Geschehen eingegriffen und den beiden Frauen Platz neben uns auf der Bank angeboten.

    Das hat uns ein paar musternde Blicke unserer Mitreisenden eingebracht. Aber die Erfahrung, dass wir „Westeners“ in vielen Dingen den Indern doch irgendwie eine Art „Vorbildfunktion“ geben hat dann auf einmal eine ganze tolle Wendung in die Situation gebracht.

    Zunächst haben nur die beiden Frauen neben uns Platz gefunden und schließlich hat ein Inder, dem muslimischen Mann auch den Platz neben sich angeboten und uns dabei einen ganz erwartungsvollen Blick zugeworfen, den wir sofort mit einem anerkennenden Lächeln erwiedert haben.

    Wirklich schwer zu beschreiben, aber die Zugfahrt ging so weiter, dass zunächst die muslimische Famillie verschiedendste Früchte, die im Zug verkauft wurden, besorgt haben und alle gemeinsam (mehr durch Gesten und Lachen als durch irgendwelche Worte) bemüht waren uns unwissenden Westeners zu zeigen, wie man die isst. Die meisten dieser Früchte hatten wir bis dahin noch nicht einmal gesehen und hatten dementsprechend keinen Plan, was wie gepult, auseinandergebrochen oder einfach im Ganzen in den Mund gesteckt wurde
    Dann wurden von den anderen Indern noch weitere verrückte Essens-Sachen gekauft und schließlich hatten unsere Mitreisenden ein gemeinsames Thema gefunden und alle haben miteinander gelacht und hatten Spaß…

    Eine andere Art „Verantwortung“ zu übernehmen ist uns dann wenig später im südlichsten Tibetan Settlement Indiens, wo wir passend zum tibetischen Neujahrsfest waren, begegnet.

    Das ganze Fest und die Feierlichkeiten waren alle mega aufregend und wir haben diverse nette und interessante Leute kennengelernt. Tibeter und Buddhisten aus der ganzen Welt sind zu diesem Fest angereist.

    Wir haben in einem Haus, wo eigentlich Mönche wohnen Unterschlupf gefunden und mit über 20 Leuten auf Matratzen verteilt in einem Raum geschlafen.
    Einen Abend saßen wir dann drinnen noch mit 2 anderen Deutschen und einem Schweizer und haben uns ganz angeregt unterhalten, da taucht auf einmal ein verrückter Hund auf und beisst wild um sich. Phine hat er an der Wade erwischt und Hagen konnte gerade noch seine Zehen zurückziehen, so dass der Hund nur die Sole erwischt hat.

    Bei Phine’s Wunde ist sofort das Blut rausgelaufen und wir alle hatten sofort das „P im Gesicht“, denn sofort schossen uns folgende Warnungen vom Tropeninstitut in den Kopf:

    • Ohne vorherige Impfung und ohne Postexpositionsprophylaxe verläuft die Infektion innerhalb von 15 bis 90 Tagen immer tödlich.
    • Es gibt kein bekanntes Heilmittel gegen Tollwut.
    • Indien gehört weltweit zu den Ländern mit den höchsten Tollwut-Erkrankungszahlen bei Mensch und Tier.
    • Medizinischen Berichten zufolge erkranken in Indien jährlich rund 30.000 Menschen infolge von Tierbissen (vornehmlich Hunde) an Tollwut. Die Dunkelziffer dürfte weit darüber liegen.

    Schockierend für uns war, dass außer uns beiden nur Hagen die Impfung hatte. Die anderen beiden können also von Glück reden, dass der Hund sie nicht gebissen hat.

    Wegen dem Neujahrsfest war nämlich leider kein Arzt in der Settlement- Klinik, da sämtliche Behandlungszimmer etc. von Mönchen und Nonnen belegt waren…

    Es hat dann noch 3 Tage und zwei schlecht ausgestattete Krankenhäuser gedauert, bis wir dann einen Arzt mit entsprechender Ausrüstung gefunden haben! Und obwohl wir beide ja die Tollwutimpfung haben, hatten wir ganz schöne Angst, dass vielleicht nicht alles 100prozentig mit dem Impfschutz geklappt hat! Schließlich konnte der Arzt dann Phine die 2 notwendigen post-bite Spritzen geben und hat uns beruhigt, dass das nun alles 100prozentig safe ist!!
    Wir sind dann ins Honey Valley gefahren, damit Phine sich hier erholen kann. Unglücklicherweise ist ihr auf der holprigen Busfahrt dahin noch ein Zahn auseinandergebrochen. Also hat sie hier auch gleich noch einen neuen Zahn bekommen!

    Nach ca. 1 Woche Durchfall und Fieber (als Reaktion auf die Spritzen und die Hammer Antibiotika) war dann zum Glück wieder alles bestens bei Phine und wir sind endlich nach Kerala, dem Paradies Indiens gefahren!!

    Unser Fazit:
    Für uns ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass wir „Reisende“ getroffen haben und weiterhin treffen, die nicht einmal für sich sebst Verantwortung übernehmen können und ungeimpft oder in sonstigen Situationen ungeschützt durchs Leben rennen!!! Warum ist das so???

    Tibetan Settlement

    Mysore

    Tibetan Settlement

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